Sonntag, 14 April 2024

Antibiotika 2 Stunden zu früh genommen: Ist das schlimm?

by AdminGlowingMag
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Mittels Antibiotika können bakterielle Infektionen eingedämmt und deren Heilung deutlich beschleunigt werden. Nicht selten retten sie Leben. Um die Infektion damit optimal bekämpfen zu können, sollten die Patienten den Einnahmeplan so genau wie möglich einhalten.

Ein ganz wichtiger Aspekt ist dabei die Verhinderung der Entstehung resistenter Bakterien. Da sich diese Erkenntnis schon weit herumgesprochen hat, taucht immer wieder die Frage danach auf, ob es wohl sehr schlimm sei, wenn man seine Antibiotika deutlich zu früh eingenommen hat. Dazu seien im Folgenden einige Fakten erläutert.

Nur keine Panik, wenn das Antibiotikum 2 Stunden zu früh eingenommen wurde!

Angenommen, das Medikament wurde versehentlich zwei Stunden zu früh eingenommen, dann könnte man versuchen, die nächste planmäßige Einnahme beispielsweise um eine Stunde und 40 Minuten vorzuziehen und die übernächste nur noch um eine Stunde und 20 Minuten und so weiter. Auf diese Weise ist es leicht möglich, sich bald wieder dem ursprünglichen Zeitplan anzunähern, ohne eine nennenswerte Abnahme des Wirkstoffs im Blut zu provozieren. Moderne Antibiotika verfügen über die lobenswerte Eigenschaft, ihre Wirksamkeit über besonders lange Zeitspannen aufrecht zu erhalten. Dennoch sollten Sie stets Folgendes beachten:

  • Versuchen Sie auf jeden Fall, wie oben beschrieben, wieder zu dem vorgegebenen Einnahmeplan zurückzukehren.
  • Eine zu frühe (oder zu späte) Einnahme kann die möglichen, mit dem Medikament verbundenen Nebenwirkungen temporär verstärken.
  • Sollte Ihre Verunsicherung in der Sache groß sein, ist eine Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker anzuraten, weil Sie auf diese Weise spezifische Anweisungen darüber erlangen können, was in diesem Fall am besten zu tun ist.
  • Wiederholungen der zeitlich inkorrekten Einnahme sollten unbedingt vermieden werden.

Die richtige Einnahme von Antibiotika ist in der Tat ganz entscheidend, um bakterielle Infektionen effektiv behandeln zu können und mögliche Komplikationen zu vermeiden. Wenn der Zeitplan mal unterbrochen wird, lässt er sich aber relativ schnell wieder so einregeln, wie er sein soll. Weil das Thema so wichtig ist, soll an dieser Stelle noch auf die folgende Frage eingegangen werden.

Warum sollen Antibiotika pünktlich nach Plan eingenommen werden?

Sinn und Zweck des Einnahmeplans ist das Bestreben, dass sich im Körper eine möglichst konstante, hohe Konzentration des Wirkstoffs einstellt. Auf diese Weise werden die Bakterien effektiv an ihrer Vermehrung behindert. Es ist plausibel, dass die meisten Antibiotika deshalb in regelmäßigen Abständen eingenommen werden sollen. Eine zu frühe Einnahme bringt daher die Konsequenz mit sich, dass die nächste Charge ebenfalls früher eingenommen werden sollte, um die Konzentration des Wirkstoffs im Blut nicht zu weit abfallen zu lassen.

antibiotika

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Wie und warum entstehen überhaupt Antibiotika-Resistenzen?

Es geht hierbei um ein wirklich ernsthaftes globales Gesundheitsproblem. Bakterien können gegenüber Antibiotika unempfindlich werden, wodurch die Medikamente nahezu vollständig ihre Wirksamkeit verlieren. Aber warum passieren solche Dinge?

  1. Bakterien sind Lebewesen, die sich sehr schnell vermehren und entsprechend effektiv mutieren können. Innerhalb von circa 20 Minuten kann sich die Zahl der bereits vorhandenen Bakterien verdoppeln. Durch die Verwendung von Antibiotika bei einer Infektion werden die empfindlichen Bakterien abgetötet, doch einige, die rein statistisch bereits resistent sind, überleben und vermehren sich, wobei sie ihre (starken) Gene für die Resistenz weitergeben.
  2. Der übermäßige und unsachgemäße Einsatz von Antibiotika ist sehr wahrscheinlich die Hauptursache für die Entstehung von Resistenzen. Da stehen zum einen viele Ärzte in der Verantwortung, weil sie viel zu schnell den Rezeptblock zücken, um Antibiotika zu verschreiben. Zum anderen werden Antibiotika-Therapien durch viele Patienten zu früh beendet, nur weil diese sich etwas besser fühlen. In diesen Fällen überleben die stärksten und resistenten Bakterien und vermehren sich dann weiter.
  3. Resistenzen können durch eine horizontale Genübertragung zwischen unterschiedlichen Bakterienarten weitergereicht werden. Die Resistenzgene werden dabei meistens über Plasmide ausgetauscht, was die Ausbreitung von Resistenzen enorm beschleunigt.
  4. In der landwirtschaftlichen Massentierhaltung ist ein oftmals grundloser Einsatz von Antibiotika leider gang und gäbe. Damit sollen Krankheiten vorsorglich abgewendet und das Wachstum der Tiere gefördert werden. Dabei entstehen Milliarden resistente Bakterien, die in die Umwelt gelangen und auf den Menschen übertragen werden können.
  5. Die Entwicklung neuer Antibiotika hat in den letzten Jahrzehnten stark nachgelassen. Daher gibt es immer weniger wirksame Medikamente, die den Bakterien noch unbekannt sind.

Die zunehmende Antibiotika-Resistenz ist mehr als besorgniserregend

Die Möglichkeiten der Medizin, bakterielle Infektionen effektiv bekämpfen zu können, werden durch die zunehmende Resistenz der Bakterien immer mehr beeinträchtigt. In der Folge kommt es zu mehr schwerwiegenden Krankheitsverläufen, längeren Krankenhausaufenthalten, mehr Todesfällen und zu ständig steigenden Gesundheitskosten. Die Antibiotika-Resistenz muss daher sorgfältig verfolgt und überwacht werden und die Verschreibung von Antibiotika sollte mit einem hohen Maß an Verantwortung nur in jenen Fällen erfolgen, in denen ihr Einsatz unumgänglich ist. Dies gilt insbesondere in der Tierhaltung.

Noch ein abschließender Hinweis

Antibiotika wirken ausschließlich gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren. Dennoch kann es geschehen, dass Ihr Arzt Ihnen zum Beispiel bei einer schweren Grippe Antibiotika verschreibt. Dies geschieht vorsorglich, weil ein angeschlagenes, überlastetes Immunsystem dem üblichen, täglichen Kampf gegen die allgegenwärtigen Bakterien nicht mehr standhalten kann.

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