Donnerstag, 9 Februar 2023

Rührei nach Weisheitszahn OP: Ist das erlaubt?

by AdminGlowingMag
Karl Allgaeuer/shutterstock.com

Rührei ist nach einer Weisheitszahn-OP erlaubt. Es gehört sogar zu den empfohlenen weichen Speisen nach diesem Eingriff – allerdings erst ab dem dritten Tag.

Was spricht gegen den sofortigen Verzehr von Rührei nach der Weisheitszahn-OP?

Die Operation verursacht eine oder mehrere relativ große Wunden im Mundinnenraum, die zunächst wenigstens oberflächlich abheilen sollten. Rührei könnte aufgrund seiner Konsistenz in sie eindringen. Ein fast flüssiger Brei mit einer sehr homogenen Konsistenz, also ohne feste Stückchen, ist in den ersten beiden Tagen daher besser für die Ernährung geeignet.

Essen planen für die Zeit nach der Weisheitszahn-OP

Wer vor einer Weisheitszahn-OP steht, muss das Essen danach gut planen. Bei der Auswahl der Speisen geht es um die Schonung der unvermeidlichen Wunden. Diese werden schmerzen und häufig auch anschwellen. Manche Menschen würden am liebsten gar nichts essen, doch erstens kann damit prekärer Hunger entstehen, zweitens müssen die Betroffenen bei Kräften bleiben, weil sie meistens nicht wirklich über längere Zeit krankgeschrieben werden. So schlimm ist diese Operation schließlich nicht. Also gilt es, ausreichend zu trinken und zu essen.

Die Nachwirkungen der Weisheitszahn-OP werden dies allerdings unweigerlich erschweren, denn vielfach geht der Mund nicht richtig auf. Auch können die Wangen dick sein. Die Wunde macht sich bei jeder Mundbewegung bemerkbar. Das ist vor allem dann zu spüren, wenn die Betäubung für die eigentliche OP abgeklungen ist. Danach nehmen viele Patientinnen und Patienten Schmerzmittel, für die es allerdings Limits gibt. Bei Ibuprofen etwa steht auf dem Beipackzettel eine Höchstmenge von 1.200 mg/Tag.

Erfahrene Ärzte erlauben auch die doppelte Menge, wenn die Leber vollkommen gesund ist, aber nicht sehr lange (maximal vier bis fünf Tage). Das bedeutet: Die Schmerzen werden irgendwann zu spüren sein. Nahrung benötigt der Mensch dennoch. Dabei soll der Mundraum aber weitestgehend geschont werden, was nur mit weichen und milden Speisen gelingt.

Weisheitszahn-OP

Pixel-Shot/shutterstock.com

Nahrungsmittel in Woche 1 nach der OP

In Woche 1 stehen auf dem Speiseplan ab sofort:

  • Apfelmus
  • Suppen
  • Brei
  • Babynahrung
  • Wasser
  • Tee
  • klarer Fruchtsaft

Ab Tag 3 kommen hinzu:

  • Rührei
  • Nudeln
  • weich gekochte Kartoffeln und Möhren
  • gelegentlich eine Tasse Kaffee

Wann die Patientinnen und Patienten mit Rührei und Nudeln beginnen können, hängt vom Zustand der Wunde ab. Manchmal ist es erst am vierten oder fünften Tag so weit. Die Wunde ist mit der Zunge zu erspüren. Es lässt sich feststellen, ob schon eine oberflächliche Heilung eingesetzt hat, die das Eindringen von Nahrung verhindert. Wenn dies der Fall ist, spricht nichts mehr gegen ein Rührei, das zur empfohlenen weichen Kost nach der Weisheitszahn-OP gehört. Sollte es bei diesem Ernährungsplan keine Schwierigkeiten geben, wäre schon ab Woche 2 schon wieder festere Nahrung möglich.

Was ist noch zu beachten?

Die Nahrungsmittel der ersten Woche sollten keinesfalls scharf gewürzt und auch nicht zu heiß sein. Beides reizt die Wunde und führt unter Umständen zu Komplikationen wie erhöhten Schmerzen, Entzündungen und Nachblutungen. Die Wunde heilt dann wieder schlechter aus, selbst wenn sie die Betroffenen stark schonen, also dorthin keine Nahrung bewegen. Dennoch ist prinzipiell eine Ernährung wichtig, die wiederum so ausgewogen und abwechslungsreich wie möglich sein sollte. Dazu gehören auch Obst- und Gemüsesorten, die wiederum weich sein müssen. Das können auch sein:

  • milde, kernlose, pürierte Früchte
  • zerdrückte Bananen
  • Avocados
  • zerdrückte Hülsenfrüchte wie Kidneybohnen oder Kichererbsen
  • Kartoffelbrei
  • zerkochte Pastinaken

Natürlich eignen sich neben dem Rührei auch Pudding, sehr weicher Käse und Joghurt. Zu Milch und Milchprodukten nach der Weisheitszahn-OP gibt es übrigens geteilte Meinungen. Manche Ärztinnen äußern den Verdacht, dass die Wundheilung durch Milchsäurebakterien beeinträchtigt wird. Das ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend belegt und wird übrigens fast nur im deutschsprachigen Raum empfohlen, wie eine Analyse zu solchen Empfehlungen im Jahr 2021 belegen konnte.

Internationaler Konsens ist es, dass Rührei nicht schadet, sobald die Wunde oberflächlich abgeheilt ist. Bei einem gesunden Organismus ist dieser Punkt am dritten, spätestens aber am vierten Tag nach der OP erreicht. Wichtig zu wissen: Die Wundheilung im Mundraum erfolgt schneller als bei äußeren Verletzungen.

Rührei essen nach Weisheitszahn OP: Unser Fazit

Rührei ist nach der Weisheitszahn-OP erlaubt, sollte aber keinesfalls schon am ersten oder zweiten Tag auf dem Speiseplan stehen.

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