Sonntag, 3 März 2024

Verkapselter Bluterguss: Ist massieren hilfreich?

by AdminGlowingMag
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Blutergüsse entstehen durch Verletzungen der Blutgefäße infolge von Prellungen, Rissen, Zerrungen und Quetschungen. Das aus den geschädigten Gefäßen austretende Blut dringt in das umliegende Gewebe ein. Auf der Haut zeigen sich anfangs rote Flecken, die sich später in Blau, Violett, Grün und Gelb verfärben. Je langsamer sie entstehen, desto tiefer liegen die Verletzungen in den Gewebeschichten.

Ein leichter Bluterguss mit Hautverfärbung und geringer Schwellung, medizinisch Hämatom genannt, verschwindet mit der Zeit. Eine Ausnahme bilden schmerzhafte eingekapselte Blutergüsse in der Unterhaut oder im Muskel- und Fettgewebe, die den Betroffenen über längere Zeit Beschwerden bereiten und deren Beweglichkeit einschränken.

Verkapselten Bluterguss massieren: Wann ist das sinnvoll?

Die Wirksamkeit von Massagen bei verhärteten blauen Flecken ist umstritten, weil die Reaktionen des Körpers sehr individuell sind. Ein vorsichtiger und sanfter Versuch ist es wert. Während bei einem frischen Hämatom von Berührungen dringend abzuraten ist, weil das noch mehr blutführende Kapillare beschädigen könnte, kann die Massage der Randzonen eines kleinen, verhärteten Blutergusses durchaus sinnvoll sein. Durch leichtes Massieren mit kreisenden Bewegungen wird die Bindegewebshülle um den Bluterguss herum weicher und durchlässiger. So kann sich das geronnene Blut im umliegenden Gewebe ausbreiten. Das unterstützt und beschleunigt die Auflösung.

Während sanfte Massagen die Durchblutung fördern und dazu beitragen, dass der Bluterguss schneller abklingt, können zu intensive Massagen das geschädigte Gewebe weiter verletzen und den Bluterguss verschlimmern. Die Massage sollte man darum nicht ausführen, wenn das Gewebe schmerzempfindlich reagiert. Unbehandelte verhärtete Blutergüsse können zu langfristigen Komplikationen führen. Sollten sich keine Verbesserungen oder sogar eine Verschlechterung zeigen, sind die Massagen sofort einzustellen. Eine ärztliche Konsultation ist in diesem Fall sinnvoll.

frau massiert wade

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Wie entsteht ein verkapselter Bluterguss eigentlich?

Wenn der Körper nicht in der Lage ist, die schmerzhaften Blutansammlungen abzubauen, kapselt er sie im umgebenden Gewebe ein. Diese Verkapselung ist raumfordernd. Die Beule oder Schwellung drückt schmerzhaft auf die umliegenden Nerven, Muskeln, Gelenke und Gefäße. Warum der Körper das in das umgebende Gewebe ausgetretene Blut manchmal nicht oder nur sehr langsam auflöst, hängt von der Gewebestruktur und den Gerinnungseigenschaften sowie von der Lage des Hämatoms ab.

Die Verhärtung von Blutergüssen kann auch andere Ursachen haben

  • Blutansammlungen im Muskelgewebe erhalten durch Bewegung nicht die nötige Ruhe, um sich aufzulösen.
  • Je größer ein Bluterguss ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er sich einkapselt. In diesem Fall ist der Körper nicht in der Lage, die Blutmenge abzubauen.
  • An manchen Stellen ist der Organismus weniger gut in der Lage, die Blutansammlungen aufzulösen, sodass sie dort verbleiben und sich verhärten.

Abgekapselte Hämatome im Haut- und Muskelgewebe sind durch die Verhärtung tastbar und gehen mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen einher. Im Laufe der Zeit können sie mit Kalziumsalzen gesättigt werden, was den Heilungsprozess weiter verzögert. Der Griff zu Schmerzmitteln ist verständlich, aber auf Dauer problematisch.

Wie kann behandelt werden?

Alles, was die Verteilung und den Abfluss der Flüssigkeit aus dem verletzten Gewebe fördert, unterstützt die Rückbildung des verhärteten Blutergusses. Es gibt eine Reihe von Selbsthilfemaßnahmen, um den Auflösungsprozess zu unterstützen. Während Massagen, Wärme und durchblutungsfördernde Hausmittel bei frischen Prellungen und Verletzungen nicht zu empfehlen sind, können sie bei verhärteten Hämatomen hilfreich sein.

Mit Hausmitteln vorbeugen?

Grundsätzlich gilt: Je schneller die Blutung gestillt und der Bluterguss abgebaut wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Verhärtung. Die Wickel mit Zwiebelscheiben haben eine abschwellende Wirkung auf das Gewebe. Sofort angelegte Eispackungen sorgen nicht nur für ein angenehmes Gefühl, sondern auch für die Stillung der inneren Blutung. Die Gefäße ziehen sich zusammen, sodass weniger Blut austritt. In späteren Stadien beugt die Kühlung Entzündungen vor. Außerdem reduziert das die Schwellungen. Apfelessig fördert die Durchblutung und damit den Auflösungsprozess des Blutergusses. Quarkwickel mit abschwellender Wirkung gelten als altbewährtes Mittel gegen die Schmerzen. Sie unterstützen den Auflösungsprozess des Blutergusses.

blutergüssen vorbeugen

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Nicht jede Verhärtung ist ein Bluterguss und wann ein Arzt aufgesucht werden sollte

Generell gilt: Kann eine Verhärtung nicht auf eine Prellung zurückgeführt werden, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, der andere Ursachen ausschließen muss. Ultraschall oder Röntgenaufnahmen helfen bei der Diagnose. Hämatome am Kopf, Rumpf und Unterleib erfordern ebenfalls eine ärztliche Behandlung. Wird das geronnene Blut vom Körper nicht abgebaut, kann es zur Eiterbildung und Infektionsgefahr kommen. Größere und tiefer gelegene verhärtete Hämatome müssen grundsätzlich ärztlich behandelt werden. Hierbei entfernt man die Blutansammlungen durch Punktion oder chirurgische Eingriffe.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die Blutverdünner einnehmen. Da ihre inneren Blutungen nicht schnell genug zum Stillstand kommen, entwickeln sich ungewöhnlich große Hämatome. Das Massieren der Blutergüsse ist bei dieser Personengruppe absolut ungeeignet, da die Gefäße immer wieder verletzt werden könnten.

Fazit zur Massage des verkapselten Blutergusses

Die Massage von kleinen verhärteten Hämatomen an den Gliedmaßen ist eine Möglichkeit, um die Auflösung der Blutansammlung zu unterstützen. Die individuellen Reaktionen des Körpers können sehr unterschiedlich sein. Auf Schmerzen ist zu achten, da sie ein deutlicher Indikator dafür sind, dass die Massage zu neuen Verletzungen führt. Alle vorbeugenden Maßnahmen, die das Entstehen von Verhärtungen verhindern, sind zu empfehlen. Vorbeugen ist immer besser als Massieren. Grundsätzlich sollte man sich vorab jedoch immer erst an einen Arzt wenden!

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