Sonntag, 3 März 2024

Whisky: Hochprozentige Ästhetik

by AdminGlowingMag
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Whisky ist unter den Spirituosen ein besonderes Getränk. Mit seiner Vielzahl an geschmacksbestimmenden Verbindungen und Nuancen ist es nicht weniger detailreich wie Wein, das als komplexestes Getränk der Welt gilt. Zugleich bietet Whisky mit einem Minimum von 40 % Vol. ungebremsten Alkoholgenuss.

Wer das „Wasser des Lebens“ mit Genuss konsumiert, kommt trotz dieser achtsamen Bedächtigkeit schnell in den erlösenden Zustand unbefangener Fröhlichkeit unter Kameraden und Gleichgesinnten.

Nationalgetränk Irlands und Schottlands

Whisky ist ein Stück Kulturgeschichte, das seinen Ursprung in Irland und Schottland hat. Die historische Auseinandersetzung lohnt sich, um sich der Werte bewusst zu werden, die mit der Spirituose verbunden sind. Tatsächlich steht das ständige Streben nach Unabhängigkeit und Emanzipation vom englischen Unterdrücker, der stets danach strebte, beide abseitig gelegenen Teile Großbritannien in sein Empire einzugliedern und zu befrieden, in einer engen Beziehung mit dem Nationalgetränk Whisky, auf das beide Völker die Urheberschaft beanspruchen.

Heute ist Whisky in der ganzen Welt verbreitet und beliebte Whisky-Marken wie der Single Malt Whisky und der McDowell’s genießen bei ihren Anhängern Kultstatus.

Gemeinsamkeiten mit Bier und Wein

Whisky wird oft mit Bier in Verbindung gebracht, weil in beiden Fällen Getreide der Ausgangsstoff für die alkoholische Gärung ist. Anders als beim Bier wird Whisky anschließend gebrannt, was Herstellern die Möglichkeit verschafft, dem Getränk einen hohen Alkoholgehalt zu verleihen. Erreicht wird dies durch die Trennung von Alkohol und Wasser während des Destillationsprozesses. Die anschließende Lagerung in Fässern erinnert wiederum an die Herstellung von Wein. Wie beim Wein hat die Art der Lagerung einen Einfluss auf das Geschmackserlebnis.

Destillation in der Antike

Zeugnisse für die Destillation finden sich in Mesopotamien. Sie werden von Historikern auf ein Alter von bis zu 5.000 Jahren taxiert. Auf den Kulturraum des fruchtbaren Halbmondes gehen auch die ältesten Spuren für die Herstellung alkoholischer Getränke zurück. Archäologen fanden Quellen, welche die Herstellung von Bier seit circa 13.000 Jahren belegen, die damit in die lange Epoche der vorsintflutlichen Großen Kaltzeit hineinreichen. Ägypter, Griechen und Römer nutzten ebenfalls das Destillationsverfahren. Nach dem Zusammenbruch Roms gingen die Kenntnisse verloren.

Von Andalusien nach Britannien

Der Orient befand sich im Mittelalter in seiner Blütezeit, während der Okzident kulturell rückständig blieb. So ist es den Muslimen zu verdanken, Europa wieder mit der Destillation vertraut gemacht zu haben. Nach Irland eingeführt wurde die Destillation durch den irischen Missionar und Nationalheiligen, den heiligen Patrick. Das kalte und raue Klima machte die Highlands wenig für den Anbau von Wein geeignet, sodass Alternativen gefordert waren.

Gebrauch und Herstellung von Whisky blieben zunächst auf die irischen Klöster beschränkt. Die Reformation in England, das seit der Eroberung durch Henry II. über Irland herrschte, führte zu einer Auflösung der Klöster. Viele ehemalige Mönche verdienten durch die Anwendung ihrer Kenntnisse zur Herstellung von Whisky ihren Lebensunterhalt und trugen zu einer Popularisierung der hochprozentigen Spirituose bei.

Der Whisky in Schottland

Die ältesten Spuren von Whisky in Schottland gehen auf den Tironenser-Mönch John Cor zurück. Steuerdokumente der Exchequer Rolls von 1494 belegen, dass dieser auf Anordnung von James IV. Malz zur Herstellung von Whisky („aqua vitae”) erwarb. Ein weiteres Dokument von 1505 zeugt vom königlichen Privileg der Mediziner- und Baderzunft von Edinburgh zur Destillation, um Kräutertinkturen und andere Arzneimittel herzustellen.

Der Vorgang erinnert daran, dass die Destillation damals nicht ausschließlich zum Konsum hochprozentiger Alkoholika genutzt wurde. Im 16. Jahrhundert muss sich der Whisky als Getränk schnell in der schottischen Gesellschaft durchgesetzt haben. So beschränkte eine majestätische Verfügung von 1579 die Erlaubnis der Destillation auf ausgewählte Clans, damit genügend Getreide für dringend benötigte Lebensmittel übrig blieb.

Getränk der Rebellion

In beiden Ländern eroberte Whisky im 16. Jahrhundert die Pubs, der für die zwei widerspenstigen Völker ein Symbol des Befreiungskampfes wurde, weil die englische Obrigkeit immer wieder mit Verboten gegen den Konsum und die Herstellung von Whisky vorging. Begünstigt wurden Schotten und Iren vom unwegsamen Gelände, das der englischen Besatzungsmacht die Überwachung der Prohibition erschwerte. So florierten Schmuggel und Schwarzbrennerei.

Allein in Schottland sollen in diesen Zeiten jährlich 14.000 illegale Destillerien beschlagnahmt worden sein. Ein Zugeständnis war der Excise Act von 1823, der die Destillation gegen eine Lizenzgebühr von zehn Pfund sowie zwei Shilling und drei Pence pro Gallone legalisierte. Seit jenen Tagen gilt Whisky in Schottland und Irland als Getränk der Selbstbehauptung, das nach innen verbindet und nach außen stark macht.

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