Mittwoch, 30 November 2022

Dicker Bauch nach Gebärmutterentfernung: Das sollte man wissen

by AdminGlowingMag
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Viele Frauen beklagen einige Wochen nach einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie), dass sie noch immer an einem dicken Bauch leiden. Viele Betroffene berichten, dass sie auch sonst an Gewicht zugelegt haben. Der Bauch kann sich tatsächlich postoperativ verändern. Er kann plötzlich asymmetrisch wirken oder insgesamt etwas anders aussehen als zuvor.

Doch ein dicker Bauch ist nach einer Gebärmutterentfernung relativ normal. Auch der Gewichtszuwachs ist normal, sofern er nicht über mehrere Monate bestehen bleibt. Ursache können vermehrte Wassereinlagerungen im Gewebe sein. Die hormonelle Umstellung im Organismus dauert eine Weile, ebenso wie die Heilung selbst. Eine Bauchoperation ist keine leichte Operation. Der Eingriff hat Folgen. Diese sind noch längere Zeit spürbar.

Was sind die Ursachen für einen dicken Bauch nach der Gebärmutterentfernung?

Für das Anschwellen des Bauches und dessen optische Veränderungen gibt es mehrere Gründe. Zum einen stellen die Narkose und die notwendigen Operationsvorbereitungen einen Grund für das Anschwellen des Bauches dar. Zum anderen sind es physiologische Prozesse, die in der Folge näher erläutert werden. Auch die Ausschüttung von Hormonen verändert sich, wenn die Gebärmutter und oft auch einer der Eierstöcke entfernt wurden.

Einleitung von Kohlenstoffdioxid

Sobald die Narkose eingeleitet wurde, wird der Bauchraum mit zwei Litern Kohlenstoffdioxid aufgebläht. Durch den aufgeblasenen Bauch hat der minimal-invasiv operierende Operateur mehr Platz. Er verletzt keine Gefäße oder Organe, die im Bauchraum liegen. Der Bauchschnitt ist die klassische Operationsform, wenn die Gebärmutter groß oder mit dem umliegenden Gewebe verwachsen ist. Auch die geplante Entfernung von versprengten Endometriose-Knoten kann diese Option begünstigen. Die weniger belastende minimalinvasive Entfernung der Gebärmutter ist zwar die Option mit der schnelleren Rekonvaleszenz. Aber sie ist nicht immer möglich.

Der durch Gas-Zufuhr aufgebähte Bauch kann nach der Operation schmerzen und Druckgefühle erzeugen. Das Gas im Bauchraum kann aus naheliegenden Gründen nicht einfach abgesaugt oder entfernt werden. Es wird mit der Zeit vom Körper abgebaut. Bis dahin kann der Bauch wie aufgebläht wirken. Er kann sich zudem durch die Entfernung der Gebärmutter seitlich verzogen haben und mehrere Wochen von einem Druckgefühl betroffen sein. Das sind normale Begleiterscheinungen einer Bauchoperation.

arztgespräch

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Anreicherung von Gewebewasser im Bauchraum

Zudem handelt es sich bei einem Bauchschnitt und der Entfernung der Gebärmutter um operative Eingriffe, die Wunden verursachen. Der Organismus puffert diese mit Gewebewasser ab. Er verursacht so ein Anschwellen des Bauches. Er versucht durch das Abpuffern den Verlust von Blut auszugleichen und die Wunde schützend zu umgeben. Viele Frauen berichten, der Bauch fühle sich postoperativ hart und fest an. Dafür können sowohl das eingeleitete Gas sowie das Abpuffern der Wunde durch Gewebewasser sorgen.

Verwachsungen im Bauchraum

Es ist nach einem operativen Eingriff wie dem Bauchschnitt damit zu rechnen, dass es zu operationsbedingten Verwachsungen und Verklebungen (sogenannten Adhäsionen) im Bauchraum kommt. Die Ursache dieses Geschehens ist nicht hinreichend geklärt. Die Verwachsungen können sowohl zu einem unangenehmen Druckgefühl als auch zu Schmerzen oder Schwellungen führen. In manchen Fällen halten diese über Jahre an. Möglich ist außerdem, dass die Adhäsionen die Funktionen von Organen im Bauchraum wie dem Darm betreffen – insbesondere, wenn dieser von versprengten Endometriose-Knoten betroffen war, die entfernt wurden.

Verwachsungen und Verklebungen im Gewebe des Bauchraums können in der Folge einen Verwachsungsbauch verursachen. Dieser kann dauerhaft zu Problemen bei der Verdauungstätigkeit führen. Sollten zwei bis drei Monate nach der Operation noch eine ungewöhnlich feste Bauchdecke, Schmerzen und Schwellungen bestehen, ist der Operateur oder der Frauenarzt aufzusuchen. Schwere Verwachsungen können mit dem Laparoskop begutachtet und gegebenenfalls entfernt werden.

Was kann man gegen den dicken Bauch tun?

Zunächst einmal sollte man den angeschwollenen Bauch einfach in Ruhe heilen lassen. Die Bauchoperation wird als große Operation angesehen. Sie benötigt eine längere Zeit der Heilung, sowohl im Inneren des Körpers als auch an der sichtbaren Operationsnarbe. Diesen Prozess unterstützt man am besten, in dem man Bauch und Narbe möglichst wenig belastet.

salbe für den bauch

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Möglich ist aber, den durch das Gas angeschwollenen Bauch mit entblähendem Kümmel- oder Fencheltee zu entlasten. Auch eine Mischung beider Heilpflanzen ist sehr effektiv. Die Chinesen wärmen den Bauch, in dem sie über den Tag verteilt mehrere Tassen heißes Wasser trinken. Auch das kann lindernd auf den angespannten Bauch und die narkosebedingt gestressten Verdauungsorgane wirken. Auch das entblähende Medikament „Lefax“ bzw. „Lefax Extra“ kann bei Druckgefühlen und einem Gefühl des Aufgebläht-Seins Erleichterung bringen. Blähungen und Gasansammlungen im Bauchraum können sehr unangenehm sein. Bei größeren Gasansammlungen können Blähungen unangenehmen Duck nach oben in Richtung auf das Herz auslösen.

Lefax-Kautabletten binden die verdauungsbedingten Gase an sich. Sie leiten diese schonend und ohne Nebenwirkungen aus. Das entblähende Arzneimittel ist nicht verschreibungspflichtig. Es wirkt allerdings nicht sofort, sondern entlastet den Bauchraum und den Verdauungstrakt im Laufe des Tages. Leichte und behutsam ausgeführte Massagen des Bauches sind erst statthaft, wenn die beiden Operationsnarben wirklich gut verheilt ist.

Gebärmutterentfernung: Ziehen der Fäden an der Operationsnarbe

Das Ziehen der Fäden an der Operationsnarbe ist zwar als ein erster Indikator für einen guten Heilungsverlauf anzusehen. Doch in der Regel ist dieser Zeitpunkt zu früh, um mit sanften Bauchmassagen zu beginnen. Zum richtigen Zeitpunkt für sanfte Bauchmassagen sollte der Arzt befragt werden. Die Massagen sollten möglichst sanft ausgeführt werden und in kreisenden Bewegungen vorgenommen werden. Auch das Gewebe rund um die Bauchnarbe kann durch Verhärtungen angespannt sein. Es wird sich später nach und nach dehnen. Dadurch wird es mit der Zeit wieder weicher. Speziell die Bauchnarbe zu massieren, um diesen Prozess zu beschleunigen, ist jedoch nicht sinnvoll. Der Organismus hilft sich in der Regel mit klugen Maßnahmen. Er beendet diese von ganz alleine, wenn sie keinen Sinn mehr machen.

Gegebenenfalls kann eine Heilpraktikerin rund um die Narbe Procain-Injektionen setzen. Damit können Nervenblockaden und Störfelder behoben werden. Wichtig ist auf jeden Fall eine erhöhte Trinkwasserzufuhr. Der Verzehr vieler Gemüse hilft ebenfalls. Vor allem anderen wird die Zeit den postoperativ dick angeschwollenen Bauch von alleine wieder auf einen normalen Umfang bringen.

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