Mittwoch, 30 November 2022

Männer in Damenunterwäsche: Ist Crossdressing ein neuer Trend?

by AdminGlowingMag
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Der Begriff Crossdressing heißt übersetzt „sich überkreuz anziehen“. Crossdresser heben die gesellschaftlich geschaffene Verknüpfung zwischen Kleidungsstil und Geschlechterrolle auf.

Männer in Frauenunterwäsche: Crossdressing ist kein neues Phänomen

Als Pioniere des Crossdressings können die ersten Frauen in Hosen bezeichnet werden. Denn auch wenn dieses Kleidungsstück für Arbeit und Sport viel praktischer war als ein Rock – Frauen war es über Hunderte von Jahren hinweg verboten Hosen zu tragen. Zwar widersetzten sich einzelne, mutige Damen dieser Konvention immer wieder, doch erst Mitte des 19. Jahrhunderts kam das Thema in der breiten Gesellschaft an. Das Bloomer-Kostüm, eine kreative Mischung aus Hose und Rock, wurde in einer französischen Frauenzeitschrift vorgestellt und erregte prompt zahlreiche Gemüter.
Tatsächlich ist es hierzulande erst seit den 70er-Jahren gesellschaftlich etabliert, dass Frauen Hosen tragen.

Männer in Frauenkleidung stoßen in der heutigen Zeit immer noch auf zahlreiche Vorurteile. Schottenröcke oder weibliche Fastnachtskostüme werden von der breiten Öffentlichkeit als normal angesehen. Trägt ein Mann im täglichen Leben jedoch Frauenkleidung, so sorgt dies häufig für verwunderte Blicke. Doch wie damals bei den weiblichen Hosenträgerinnen, gibt es immer mehr Männer, die offen dazu stehen, in Frauenkleidung zu schlüpfen. Die Gründe hierfür sind zahlreich.

Crossdressing: Wäsche ohne Grenzen

Manche Männer sind es schlicht leid sich an vorgegebene Konventionen zu halten. Im Zuge der Gleichberechtigung sehen sie nicht mehr ein, dass manche Wäschestücke nur Frauen vorbehalten sind. Unterwäsche aus Seide kühlt im Sommer und wärmt im Winter. Und vor allem fühlt sich Unterwäsche aus Seide auf nackter Haut einfach wunderbar erotisch an. Auch das Tragen von Spitzenunterwäsche verleiht dem schnöden Alltag Pepp. Das Körpergefühl verändert sich ins Positive und davon profitiert auch das Selbstbewusstsein. Damenunterwäsche ist zudem nicht nur hübsch, sondern häufig auch einfach praktisch. An kalten Wintertagen sorgen Strumpfhosen für Wärme. Und Leggings sind mit ihrem legeren Tragegefühl perfekt für faule Tage.

crossdressing

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Zudem ist die Auswahl im Damenbereich größer. Die Wäsche für untendrunter ist in zahlreichen Farben, Formen und Stoffen erhältlich. Sie kombiniert ein gutes Tragegefühl mit reizvoller Optik. Am Anfang der Leidenschaft für Damenunterwäsche steht oft männliche Neugierde. Während sich in der eigenen Unterwäschekommode Shorts und Slips abwechseln, ist die der Partnerin deutlich abwechslungsreicher und verheißungsvoller gefüllt. Die Stoffe sehen nicht nur schön aus, sie fühlen sich unter der Männerhand auch noch hautschmeichelnd an. Kein Wunder, dass mancher Mann der Verlockung nicht widerstehen kann und häufig zunächst heimlich austestet, wie sich das Material auf der eigenen Haut trägt. Bei einigen bleibt es bei dem Versuch, andere lassen sich vom ganz neuen Trage- und Lebensgefühl begeistern.

Warum tragen manche Männer Damenunterwäsche?

Für manche Menschen spielen der Tragekomfort und die größere modische Auswahl eine untergeordnete Rolle. Sie sind ein positiver Nebenaspekt der gewählten Wäscheform. Bei Transmenschen passt das äußerliche Erscheinungsbild nicht zur eigenen Geschlechtsidentität. Eine Person, deren Erscheinungsbild einem Mann zugeordnet wird, kann sich in Teilen oder komplett als weiblich empfinden. Völlig nachvollziehbar wird in diesem Fall Damenunterwäsche der Vorzug gegeben. Männer sehen im Tragen von Damenunterwäsche häufig auch einen gewissen Kick, den Reiz des gesellschaftlich Anrüchigen.

Zu wissen, dass sich unter dem grauen Businessanzug aufregende Wäsche verbirgt, wird als bereichernd oder erregend erlebt. Das Tragen von Damenunterwäsche kann also auch durchaus ein Fetisch sein. Dieser kann heimlich oder offen mit der Partnerin / dem Partner ausgelebt werden. Oftmals stehen die jeweiligen Partner dem aufregenden Spiel mit der Wäsche übrigens gar nicht so abgeneigt gegenüber, wie manche Männer denken. Im Zweifel kann ein offenes Gespräch lohnend sein.

Wäsche für unten und oben

Zugegeben: Für viele Frauen sind BHs ein notwendiges Übel. Ein hochwertiger BH mit perfekter Passform ist jedoch viel mehr als ein stützendes Kleidungsstück. Er formt die Silhouette. Zudem sorgt er für ein sexy Körpergefühl. Letzteres entdecken auch Männer für sich. Push Up-BHs geben eine weiblichere Anatomie. Wer Lust auf noch mehr Brust bekommen hat, kann die Cups füllen oder zusätzlich Silikon-Brüste tragen.

Sitzt, passt, wackelt und hat Luft?

Auch wenn weibliche Wäsche reizvoll ist, die Modelle sind für Frauen und ihre Körper entworfen und geschneidert.
Die Stoffe mögen noch so anschmiegsam sein, die meisten Männern können den Tragekomfort zunächst nicht vollständig genießen. Denn aufgrund der Anatomie sind die Wäschestücke für Männer im vorderen Bereich viel zu eng geschnitten. Der erste Versuch kann also im wahrsten Sinne des Wortes ein „einschneidendes Erlebnis“ sein.

frauenunterwäsche

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„Tucking“ ist das Wort, das einigen in dieser Situation durch den Kopf geht. Dabei werden die störenden Geschlechtsorgane kurzerhand beiseitegeschoben. Die Hoden verschwinden in den Leisten, der Penis wird nach hinten gezogen und zwischen den Beinen verstaut. Männer, die sich damit nicht arrangieren wollen, können sogenannte Gaff-Slips testen. Diese lassen männliche Geschlechtsorgane nicht nur optisch verschwinden, sie deuten auch eine weibliche Anatomie an. Doch auch ohne spezielle Slips oder Tucking kann passende Wäsche gefunden werden. Denn der Markt für Damenunterwäsche ist groß und vielfältig. Dies kommt auch dem an Wäsche interessierten Mann zugute.

Wie gut ein Slip sitzt hängt schließlich nicht nur vom Geschlecht, sondern auch von der Größe, Form, Dehnbarkeit und Verarbeitung ab. Bei einer Anprobe im Wäschegeschäft kann das passende Modell gefunden werden. Wer lieber daheim testen möchte, ordert verschiedene Kleidungsstücke online. Mittlerweile gibt es auch Hersteller, die sich auf feminine Unterwäsche für Männer spezialisiert haben. Sie fertigen hochwertige Wäsche aus feinsten Stoffen, deren Passform auf die männlichen Kunden zugeschnitten ist.

Männer in Damenunterwäsche: Kein Tabuthema

Viele Männer genießen das Tragen von femininer Unterwäsche. Manche sehnen sich jedoch auch nach weiblicher Oberbekleidung. Ein luftiger Rock und eine weitgeschnittene Bluse an heißen Sommertagen, ein feudales Kleid zu besonderen Anlässen, auch bei Oberbekleidung scheint die Damenwelt bei der Auswahl im Vorteil zu sein. Im Gegensatz zur Unterwäsche, bleibt dieser feminine Kleidungsstil Außenstehenden nicht verborgen. Dies ist für einige ein Grund, zumindest vorläufig darauf zu verzichten.

Andere hingegen setzen mit dem Kleidungsstil ein politisches oder gesellschaftliches Zeichen, verdeutlichen ihre geschlechtliche Identität oder stellen einfach klar, dass auch Mode für sie keine Grenzen kennt. Ein Richtig oder Falsch gibt es hier nicht. Wichtig ist alleine, dass der Träger sich in seiner Haut und der darüber liegenden Kleidung wohlfühlt und ganz er selbst sein kann.

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