Herbst-Outfit: Veganer Pullover ohne Wolle – geht das?

Herbst Outfit: Veganer Pulli ohne Wolle (mit Bio-Baumwolle) von armedangels | Glowing

Vegan zu sein, war für mich anfangs hauptsächlich eine Ernährungsfrage. Kein Fleisch, kein Fisch, keine Eier, keine Milch und so weiter. Je mehr man sich allerings mit dem Thema auseinandersetzt und je mehr man drüber erfährt, desto offensichtlicher wird ein wichtiger Punkt: nur vegan zu essen reicht im Grunde nicht aus. Auch die Kleidungs sollte vegan sein.

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nd mit dieser Erkenntnis öffnet man ein ganz schönes Fass. Statt normaler Milch Hafermilch zu kaufen und statt Fleisch jede Menge Kartoffeln, Linsen, Gemüse und Obst zu essen, war für mich kein Problem. Doch wie sieht es aus, wenn man auch bei Schuhen, bei Taschen, bei Mützen, Schals und Pullover plötzlich darauf achten möchte, vegane Produkte zu konsumieren? Ein veganer Pullover ohne Wolle, geht das überhaupt?

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Die ersten paar Monate meines Vegan-Seins habe ich die Kleidungsfrage gekonnt ignoriert. Das hatte unterschiedliche Gründe. Zum einen war mein Kleiderschrank ganz gut ausgerüstet und kein allzu großer Bedarf an Neuem. Zum anderen stand der Sommer in den Startlöchern und bekanntlicherweise trägt man da sowieso kaum etwas, das Thema kam also gar nicht so sehr auf. Mit den nahenden Wintermonaten ploppte die Frage nach dem „Was kaufe ich mir denn nun eigentlich?“ allerdings immer wieder auf.

Besonders das Thema Pullover machte mir zu schaffen. Viele – auch fair hergestellte – Kleidungsstücke haben oft mindestens einen geringen Anteil an tierischen Bestandteilen, sei es nun das Schildchen aus Leder, der klitzekleine Seidenanteil oder die 100%-ige Merino-Wolle. Bei dem Schild auf so manches Kleidungsschild wurde ich deshalb zunehmend betübter. Muss man als jemand, der gerne ohne Tierleid leben möchte, auch ohne die meisten schönen Klamotten leben? Wer sich nun fragt: „Was hat sie denn, Wolle tut dem Tier doch nicht weh?“, der darf gerne mal einen kurzen Blick auf den Artikel von Ricemilkmaid werfen, die sich etwas mehr mit den Hintergründen der Wollkproduktion beschäftigt hat.

Tierische Bestandteile in Kleidung – das kann drin sein

  • Wolle (Schurwolle, Merino, Kaschmir, Mohair, Angora)
  • Seide
  • Leder (Alligator, Kalb, Schaf)
  • Fell
  • Federn & Daunen

* Diese Liste ist unvollständig.

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Um schon einmal so viel vorweg zu nehmen: Ich bin kein Verfechter von „Du musst“ und „Du darfst nicht“ und „Oh mein Gott, was tust du da“. Jeder muss hier den Weg für sich wählen, der sich mit seinem Lebensstil gut vereinbaren lässt, schließlich bringt es nichts, sich selbst zu geißeln und unglücklich zu machen.

Ausnahmen sind eine Möglichkeit

Das war auch für mich ein Ansatzpunkt, der mir ab und zu weiterhilft: Ich versuche, weitestgehend vegane Kleidung zu suchen, zu kaufen und zu tragen. Es gibt für mich aber Ausnahmen und das finde ich völlig legitim. Es ist zwar mein Anspruch, einen völlig veganen Kleiderschank zu haben, aufgrund der doch eher eingeschränkten Auswahl ist das allerdings wirklich nicht immer machbar – schließlich sollten einem die Dinge, die man sich kauft, auch gefallen. Ein Produkt, von welcher Art auch immer, das eigentlich nicht gefällt, landet doch viel zu schnell auf der Ersatzbank und ist völlig unsinning. So funktioniert Slow Fashion auch nicht.

Second Hand statt vegan?

Mein Credo lautet: Kaufe vegan und wenn das nicht (befriedigend) geht, kaufe so nachhaltig wie möglich. Auch ein veganer Pullover, der nicht gefällt, bringt schließlich nichts. Dann lieber ein fair produziertes Teil, das wenigstens wirklich lange getragen wird. Auch Second Hand ist eine gute Möglichkeit, um sich eventuell mal ein Stück zu kaufen, das Wolle und Co. enthält. Schließlich wurde die Klamotte bereits hergestellt und existiert, sie sollte also gerne noch länger getragen werden – weshalb nicht von dir?

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Um aber noch einmal auf den Ausgangspunkt zurückzukommen: Ein veganer Pullover ohne Wolle – geht das überhaupt? Die Antwort: Na klar! Eine Alternative ist beispielsweise dieses schöne Exemplar von ARMEDANGELS, das aus 100% Bio-Baumwolle hergestellt wurde. Als Punkte-Fan musste ich bei diesem Teil einfach zuschlagen. Das Material trägt sich sehr angenehm und wird mir sicher noch lange Freude bereiten. Was einem jedoch klar sein sollte: Es ist doch eher ein Pullover für kühlere Tage. Noch ein Shirt oder, wie hier, eine Bluse darunter zu tragen, ist im Herbst und Winter auf jeden Fall empfehlenswert.

Outfitdetails: Veganer Pullover ohne Wolle

PulloverARMEDANGELS (vegan, Bio-Baumwolle, fair, GOTS-zertifiziert)
Rock – Benetton (& etwa 25 Jahre alt, von meiner Mutter)
Schuhe – Tamaris (nicht vegan, ein Jahr alt)
RucksackMatt & Nat (vegan, nicht fair produziert)

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Fotos: Konstantinos Angelakakis

Tansparenz

* Ein paar der im Beitrag gesetzten Links sind sogenannte Affiliate-Links. Das bedeutet, ich bekomme eine kleine Provision, falls du einen Artikel über meinen Link kaufst. Natürlich wird er dadurch für dich nicht teurer.

Der Pullover von ARMEDANGELS wurde mir netterweise bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!

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5 Kommentare

  1. Ich kann deine Gedanken sehr gut nachvollziehen. Auch mir ging es zunächst vornehmlich um die vegane Ernährung. Doch da hing plötzlich ein ganzer Rattenschwanz dran und so beschäftigt man sich natürlich automatisch auch irgendwann mit veganer Kleidung. Ich handhabe es dabei genauso wie du und versuche mich so vegan wie möglich zu kleiden. Leder ist dabei eigentlich kein Problem mehr, aber Wolle macht es einem natürlich manchmal etwas schwerer. Dabei gibt es mittlerweile zum Glück auch tolle Alternativen!

    Liebe Grüße
    Lena | http://www.healthylena.de

  2. Liebe Leonie,

    ich kann deine Entwicklung absolut nachvollziehen – bei mir hat das mit dem Vegansein auch bei der Ernährung angefangen und ist erst später auf andere Lebensbereiche übergegangen. Ich glaube, das ist eine ganz normale Sache – das Essen erscheint einem bei der Umstellung offensichtlicher und ist irgendwie auch einfacher umsetzbar, finde ich.
    An sich ist es gar nicht so schwierig, vegane Pullover zu bekommen – der Knackpunkt ist sicherlich, dass sie auch gut warmhalten (wie du ja bei dem Armed-Angels-Pulli auch angemerkt hast). Ich suche schon seit einer Weile und bin noch nicht zu 100% fündig geworden – hoffentlich bin ich schnell genug und habe mich entschieden, bevor es richtig kalt wird. 😀

    Toll finde ich es übrigens, dass du viele verschiedene Konsum-Möglichkeiten für Slow Fashion thematisierst – es muss eben nicht immer neu sein, sondern geht auch anders! 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  3. Hallo Leonie,

    Armed Angels mag ich auch gern. Ich bin ein Fan vom Lagen-Look. Das heißt, einfach mehrere Schichten Baumwolle übereinander und man hat es im Winter schön warm. Aber ich kenne auch deine Überlegungen, sich ein nachhaltig produziertes Teil von hoher Qualität zu kaufen, das man dann lange haben wird. Wie beim Essen, mache ich auch bei der Kleidung ab und zu Ausnahmen 😉

    Liebe Grüße,
    Kristina

  4. das outfit ist ja mal sowas von hübsch! die pünktchen haben es mir echt angetan. und dass der pulli auch noch vegan ist, ist wohl das i-tüpfelchen 🙂

    • Liebe Julia,
      wie lieb von dir, vielen Dank! Ich finde den Pulli auch einfach toll und ziehe in total gerne an!

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