5 Gründe, warum du die Pille absetzen solltest

Pille absetzen Risiko hormonelle Verhütung

Ich habe dreieinhalb Jahre die Pille genommen. Seit sechs Monaten lebe ich ohne und fühle mich besser als je zuvor – trotz Nachwirkungen. Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, unreine Haut und Haarausfall sind nur ein paar der Symptome, die nach dem Absetzen der Pille auf einen zukommen können. Dennoch hat sich dieser Schritt für mich vollkommen gelohnt und ich würde es jedes Mal wieder tun. Warum? Das verrate ich dir in diesem Blogpost. Außerdem erfährst du fünf Gründe, weshalb auch du in Erwägung ziehen solltest, auf hormonelle Verhütung zu verzichten.

Warum die Pille ein Risiko ist

Wer heutzutage zum Frauenarzt geht, um sich in Sachen Verhütung beraten zu lassen, der verlässt die Praxis ziemlich sicher mit einem Rezept für die Antibaby-Pille in der Tasche. Noch immer ist die Pille das beliebteste Verhütungsmittel in Deutschland. Mehr als 50 Prozent der Frauen nutzen sie, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Viele unter ihnen schlucken das Präparat bereits jahrelang, einige von ihnen haben mit der Einnahme bereits im zarten Jugendalter begonnen. Ärzte verschreiben die Hormonbombe gerne schon jungen Mädchen, um Hauptprobleme in der Pubertät oder Regelschmerzen zu lindern.

Wie riskant die Pille aber wirklich ist, wissen dabei nicht alle. Ob es nun fehlende Aufklärung und schlechte Beratung seitens des Arztes, mangelndes Interesse der Patientinnen oder ein Stückchen Naivität ist – die möglichen Nebenwirkungen der Pille gehen oft unter. Umso wichtiger ist es, sich die negativen Aspekte der hormonellen Verhütung noch einmal vor Augen zu führen.

Pille absetzen Risiko hormonelle Verhütung

5 Gründe, weshalb hormonelle Verhütung riskant ist

1. Eingriff in den weiblichen Zyklus

Die empfängnisverhütenden Hormone unterdrücken den Eisprung und verhindern eine Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter, falls es doch zu einem Eisprung kommen sollte. Deshalb ist die Pille so eine sichere Verhütungsmethode. Doch der Preis ist hoch: Hormone regulieren von nun an den gesamten weiblichen Zyklus. Der Körper befindet sich dank Östrogen und Gestagenen im „Ausnahmezustand“. Im Alltag fällt dies kaum auf, da regelmäßig die Monatsblutung in der Pillenpause einsetzt und somit den natürlichen Zyklus imitiert. Die Menstruation ist in diesem Fall jedoch keine natürliche Blutung, sondern eine Abbruchblutung. Es findet so ein drastischer Eingriff in den weiblichen Zyklus statt. Wer Wert auf einen natürlichen Zyklus legt, der muss die Pille absetzen.

 Wie funktioniert die Pille überhaupt?

Die Antibaby-Pille wurde Ende der 50er Jahre in Amerika entwickelt. Tatsächlich wurde die Pille vor über 50 Jahren zunächst als Mittel gegen Mensturationsbeschwerden vermarktet und erst kurz darauf als Verhütungsmittel zugelassen.

Das passiert, wenn du die Pille nimmst

Die Antibaby-Pille sorgt im Körper für einen Hormonüberschuss. Sie enthält Gestagene und Östrogen (Anm. d. Autorin: Es gibt auch Minipillen, die lediglich Gestagene enthalten). Den Überschuss dieser beiden Hormone produziert der Körpber bei einer Schwangerschaft selbst. Das Östrogen sorgt hierbei dafür, dass in dieser Zeit keine Eizellen mehr heranreifen. Die Gestagene hingegen verhindern den vollständigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut und verdicken den Schleim im Muttermund. So können keine Spermien mehr zur Eizelle gelangen und ein eventuell doch befruchtetes Ei hätte keine Chance mehr, sich in der Gebärmutter einzunisten.

Bei einer Schwangerschaft produziert der Körper selbst diese Hormone, um das ungestörte Heranreifen der befruchteten Eizelle zu ermöglichen. Kurz gesagt: Die Pille versetzt den Körper für 21 Tage in den Zustand einer Schwangerschaft und verhindert so die Empfängnis. In der siebentägigen Pillenpause sinkt der Hormonspiegel und die Abbruchblutung findet statt. Entgegen mancher Annahme handelt es sich dabei nicht um eine natürliche Menstruationsblutung, da kein natürlicher Zyklus stattfindet.

2. Erhöhtes Risiko für Thrombose, Lungenembolie, Schlaganfall und Herzinfarkt

Die Antibaby-Pille hat (wie so viele Medikamente) eine fast unendliche Liste an Nebenwirkungen. Natürlich treten diese nicht immer auf. Viele Frauen nehmen jahrelang völlig beschwerdefrei die Pille und fühlen sich wohl damit. Doch es gibt auch das komplette Gegenteil: Studien haben ergeben, dass die Pille (besonders die neueren Generationen) für ein erhöhtes Thrombose-Risiko und somit auch für ein erhöhtes Lungenembolie-Riskio verantwortlich ist. Im schlimmsten Fall können Schlaganfälle die Folge sein. Auch eine Korrelation mit einem Herzinfarkt ist nachgewiesen. Im schlimmsten Fall kann die Pille also sogar lebensgefährliche Folgen haben. Auch das Brustkrebsrisiko ist durch die Einnahme der Pille erhöht. Außerdem gibt es noch zahlreiche weitere (und etwas harmlosere) Nebenwirkungen wie Zwischenblutungen, Übelkeit, Brustspannen, Wassereinlagerungen und und und. Man sollte sich möglichst gut über die möglichen Nebenwirkungen informieren und genau abwägen, ob sie einem das Risiko wert sind.

3. Stimmungsschwankungen und Depression

Neben den bereits aufgeführten Nebenwirkungen kann sich die Antibaby-Pille auch auf Gemüts- und Geisteszustand auswirken. „Ich kenne mich selbst nicht mehr“ – diesen Satz hört man öfter aus den Mündern der Betroffenen. Stimmungsschwankungen, Depression und Co. sind hier keine Seltenheit. Oft wird vom Arzt ein Präparatswechsel empfohlen, da sich diese Nebenwirkungen so eventuell lindern lassen – neue Probleme sind so aber nicht ausgeschlossen.

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4. Libido-Verlust

Sexuelle Unlust ist eines der häufigsten Probleme bei Frauen, wenn es um sexuelle Störungen geht. Immer wieder klagen Frauen über einen anhaltenden und unerklärlichen Libido-Verlust – vielen fällt dabei der Zusammenhang mit der Pille überhaupt nicht auf. Sie geben sich selbst die Schuld an der fehlenden Lust auf Sex oder akzeptieren ihre verminderte Libido als natürlichen Teil von sich. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen jedoch, dass die hormonelle Verhütung am mangelnden Lustgefühl schuld sein kann – und sogar Langzeitschäden hervorrufen kann. Insofern verhütet man gewissermaßen mit der Pille manchmal gleich doppelt – kommt es so doch viel seltener zum Geschlechtsverkehr.

5. Persönlichkeitsveränderungen nicht auszuschließen

Wer die Pille nimmt, handelt manchmal anders. Frauen, die hormonell verhüten, entscheiden sich aufgrunddessen tatsächlich für andere Dinge, als solche, die keine Hormone zuführen. Studien haben beispielsweise ergeben, dass sich hormonelle Verhütung auch auf den Geruchssinn und somit die Wahl des Partners auswirken kann. Im Extremfall wäre es also möglich, dass sich eine Frau nach dem Absetzen der Pille ihren Partner „nicht mehr riechen kann“ und ihn nicht mehr so anziehend findet wie zuvor. Wollen wir das? Wollen wir Hormonen die Macht über unsere Emfpindungen und über unsere Entscheidungen geben? Und was verändert die Pille sonst noch in unserem Körper und an unserer Persönlichkeit? Die Harvard Medical School belegt in einer Studie, dass sich sogar das Gehirn der Probandinnen mit hormoneller Verhütung verändert. Fraglich blieb bei dieser Forschung allerdings, ob die erwiesenen Veränderungen (die sich mitunter auf die Stimmung der Frauen auswirken) von Dauer sind oder nach dem Absetzen der Pille wieder zurückgehen.

Warum ich die Pille abgesetzt habe

Die Gründe, weshalb ich die Pille abgesetzt habe, waren vielfältig. Ich fand es sehr fraglich, ob man zugeführten Hormonen soviel Einfluss in das eigene Leben geben möchte. Mir persönlich war der Preis zu hoch. Ich möchte gerne selbst über meinen Körper und meine Laune bestimmen können – ohne das Gefühl zu haben, Hormone pfuschen mir dabei ins Handwerk. Hinzu kommt der Aspekt der regelmäßigen Einnahme, die mir persönlich sehr schwer fiel. Wer vergisst, die Pille einzunehmen, ist in den meisten Fällen bis zum nächsten Zyklusbeginn nicht mehr richtig vor einer Empfängnis geschützt. Zwar hatte ich keine schwerwiegenden Nebenwirkungen während meiner Verhütung mit der Pille, doch die negativen Aspekte summierten sich. Besonders die zunehmende Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken der Pille waren das letzte Zünglein an der Waage. Letztlich wollte ich so nicht mehr weiterleben und entschied mich deshalb für das Absetzen der Antibaby-Pille.

Pille absetzen Risiko hormonelle Verhütung

Pille abgesetzt – was dann?

Wer sich dazu entschließt, die Pille abzusetzen, sollte sich schnellstmöglich über eine alternative Verhütungsmethode Gedanken machen – vorausgesetzt, eine Schwangerschaft soll weiterhin verhindert werden. Es gibt zahlreiche Methoden, eine Empfängnis zu unterbinden – darunter auch einige hormonfreie Methoden. Beispiele sind Kondome, Diaphragma, Verhütungscomputer, NFP  (Natürliche Familienplanung), die Kupferspirale oder auch die Kupferkette (Gynefix). Wofür man sich entscheidet, hängt ganz von den eigenen Bedürfnissen und Gegebenheiten ab. Natürlich ist auch hier immer ratsam, den Wechsel der Verhütung mit dem Frauenarzt des Vertrauens abzuklären. Aber Vorsicht: (Nicht nur) Meiner Erfahrung nach raten noch immer viele Frauenärzte zur hormonellen Verhütung – fast schon alternativlos. Wer das wirklich nicht mehr möchte, sollte sich auch auf Drängen des Arztes nicht mehr darauf einlassen.

Pille beeinflusst den Körper auch noch nach dem Absetzen

Wie bereits zu Beginn des Artikels erwähnt, kann die Pille auch nach dem Absetzen noch Auswirkungen auf den eigenen Körper haben. Viele Frauen brauchen Monate, um wieder zu ihrem natürlichen Zyklus und zu einer regelmäßigen Periode zurückzufinden. Auch andere Symptome zeigen, dass die Regeneration des Körpers lange dauern kann. Falls es euch näher interessiert, wie es nach dem Absetzen der Pille weitergehen kann und welche Verhütungsmethoden besonders vorteilhaft sind, lasst es mich gerne wissen. Hier würde sich sicherlich noch ein weiterer Blogpost lohnen.

Ich bin sehr gespannt auf eure Erfahrungen und eure Meinung zum Thema hormonelle Verhütung! Wie steht ihr zum Thema hormonelle Verhütung? Und welche Verhütungsmethoden findet ihr besonders gut?

DISCLAIMER

Bei diesem Text handelt es sich um meine persönliche Meinung, meine persönlichen Erfahrungen sowie Informationen, die ich selbst so recherchiert habe. Ich bin kein Arzt und habe kein Medizin-Studium. Der Text soll lediglich dazu dienen, meiner Meinung Ausdruck zu verleihen und die Leser dazu animieren, sich selbst mit dem Thema auseinanderzusetzen. Bei konkreten Fragen und Problemen, sollte deshalb immer ein Arzt hinzugezogen werden.

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11 Kommentare

  1. Bevor ich die Pille genommen habe, habe ich Pro Periode eine ganze Packung Dolomin für Frauen genommen, weil die Schmerzen sonst unerträglich waren. Mit der Pille, habe ich keine Schmerzen mehr.
    Ein weiterer Vorteil ist für mich, dass ich selbst ein bisschen kontrollieren kann, wann ich meine Tage bekomme und wann nicht (auch wenn das natürlich wieder ein sehr kontrovers diskutiertes Thema ist).

    Eine richtige Alternative die sich ebenso steuern lässt und keine Schmerzen verheißt, habe ich noch nicht gefunden.

  2. Ich habe auch vor einiger Zeit die Pille abgesetzt und hatte richtig Angst, so unreine Haut zu bekommen wie früher. Das ist glücklicherweise nicht eingetreten, dafür habe ich aber mit ziemlichem Haarausfall zu kämpfen. Grundsätzlich habe ich das Gefühl viel fröhlicher und ausgeglichener zu sein – und die Haare wachsen auch wieder nach 😉

    Liebste Grüße,
    Lisa

  3. Viele wissen wirklich nicht, was für Hormonnomen sie täglich einnehmen. Aber ich muss sagen: Ich nehme die Pille noch – leider. Allerdings habe ich sie auch nicht aufgrund von Hautproblemen oder Verhütungsgründen verschrieben bekommen, sondern weil bei mir das PCO-Syndrom diagnostiziert wurde.
    Die Pille würde ich trotzdem gerne absetzen und muss da nochmal mit meinem Frauenarzt reden. Leider sind Frauenärzte ja recht häufig „Pro Pille“ eingestellt und klären ungern/seltener über Alternativen auf.
    Ein bisschen mulmig ist mir auch vor den Nebenwirkungen z.B. dass meine Haut schlecht wird, Gewichtszunahme, ausbleibende Periode und allgemein dass mein Körper hormonell erst einmal Achterbahn fährt. Natürlich ist das alles nicht schlimm und vermutlich auch nur vorübergehend, aber trotzdem.
    Welche Erfahrungen hast du denn nach dem Absetzen gemacht wenn ich fragen darf?

  4. Liebe Leonie,

    ich finde es toll, dass du das Thema behandelst. Ich denke auch, dass es wesentlich besser ist, die Pille nicht zu nehmen – und ehrlich gesagt, passt es für mich auch nicht mit einem nachhaltigen/veganen Lebensstil zusammen. Wenn man auf seinen Körper achtet, dann sollte man ihm eben auch nicht der Hormonzufuhr der Pille aussetzen. Die Nebenwirkungen, die nach dem Absetzen auftreten können, sind wahrscheinlich der Hauptgrund, warum man das Absetzen immer wieder herauszögert. Ich hoffe allerdings, dass man mit einer guten Ernährung, vorbeugenden Maßnahmen (ich versuche das Absetzen homöopathisch zu begleiten) und Übungen, die den Körper allgemein ins Gleichgewicht bringen (z.B. aus dem Taoismus abgeleietet, Yoga, etc.) entgegenzuwirken.

    Viele liebe Grüße,
    Jule

  5. Liebe Leonie!

    Ein wichtiges und hochaktuelles Thema, das du hier aufgegriffen hast! Ich finde es toll, dasss du dich damit so ausführlich befasst und einen so informativen Artikel dazu geschrieben hast. Die Nebenwirkungen der Pille sind wirklich vielen Mädchen und jungen Frauen nicht bekannt und werden ja vom Arzt auch wie selbstverständlich in Kauf genommen (so jedenfalls meine Erfahrung bisher). Und wer liest sich schon die ellenlangen Beipackzettel durch?

    Ich habe die Pille ebenfalls vor ungefähr einem halben Jahr abgesetzt und merke jetzt immer noch, wie mein Körper versucht, halbwegs zu einem hormonellen Gleichgewicht wiederzufinden. Nachdem, was ich bisher gelesen und gehört habe, kann das bis zu einem Jahr oder länger dauern. Aber ich finde, das sollte uns nicht abschrecken, auf das Medikament zu verzichten – ganz im Gegenteil, es sollte das ausschlaggebende Argument für den Verzicht sein. Denn wenn die Umstellung so lange dauert – was hat sie dann in der Zwischenzeit alles in meinem Körper angerichtet?

    Abgesehen von diesen egoistisch-gesundheitlichen Überlegungen gebe ich Jule vollkommen recht: An sich lässt sich die Einnahme der Pille (jedenfalls in den allermeisten Fällen) eher weniger mit einen allgemein nachhaltigen Lebensstil vereinbaren und ist daher auch aus der Perspektive überdenkenswert.

    Liebe Grüße
    Jenni

  6. Liebe Leonie,
    ich habe schon vor Jahren die Pille abgesetzt, weil ich Depressionen durch die Pille bekommen habe. Das war die schlimmste Zeit in meinem Leben. Ich hätte nie gedacht, dass man sich so schwarz fühlen kann.
    Sicherlich gibt es auch für Frauen Gründe die Pille zu nehmen, ich werde es aber nie nie nie wieder machen. Noch heute bekomme ich ein richtig beklemmendes Gefühl wenn ich an die Zeit zurück denken.
    Stattdessen verhüte ich mit der Kupferkette, die für mich nur Vorteile hat! Vom Pearl Index her ist sie so sicher wie die Pille, wenn nicht sogar sicherer, da es keine Wechselwirkungen mit Medikamenten gibt, die Einnahme nicht vergessen werden kann und sie auch insgesamt günstiger als die Pille ist. Zum Glück gibt es in Köln einen Frauenarzt der sie einsetzen kann.
    Ich weiß, dass mein Kommentar ziemlich nach Werbung klingt und ich könnte noch stundenlang damit weiter machen, aber ich kann aus meiner Erfahrung nur allen Frauen raten die Pille nicht zu nehmen!
    Langer Kommentar, kurzer Sinn: Ich finde es toll, dass du das Thema ansprichst 🙂
    Liebste Grüße
    Mira

  7. Hey Leonie,
    die Diskussion über die Pille gibt es ja schon lange. Dazu zwei Fragen meinerseits:
    1. Warum verschreiben die Ärzte trotzdem weiterhin die Pille wenn solche Fakten bekannt sind? Ich verstehe ja, dass man an einen blöden Arzt kommen kann, aber wenn so viele diese Ansichten vertreten und die Pille verschreiben kann sie doch gar nicht so schlecht sein.
    2. Was sind die Alternativen? Kondome können reißen und sind ehrlich gesagt ziemlich nervig. Alle anderen mir bekannten Verhütungsmittel geben dem Körper doch ebenfalls diese Hormone, oder irre ich mich?
    Liebst, Katja
    http://www.amoureuxee.de

    PS: Der Kommentar ist nicht böse gemeint, ich versteh bloß die Diskussion noch nicht ganz. Was benutzt du denn statt der Pille?

    • Hallo liebe Katja,

      es kann unterschiedliche Gründe dafür geben, dass die Pille dennoch verschrieben wird. Einerseits treten Beschwerden natürlich nicht bei jedem auf. Andererseits darf man nicht vergessen, dass hinter der Pille einfach eine riesige Industrie steckt und viele an ihr verdienen. Natürlich wird sie dann auch unter die Leute gebracht.
      Ich habe am Ende meines Artikels einige hormonfreie Verhütungsalternativen genannt, darunter zum Beispiel NFP oder die Kupferkette. Leider ist es momentan so, wie ich finde, dass es keine Verhütungsmethode auf dem Markt gibt, die gar keine Nachteile und Risiken hat. Jeder muss sich hier selbst für die entscheiden, die für ihn noch am ehesten zu tragen sind. 😉
      Liebe Grüße an dich!

    • Hej Katja,

      informiere dich mal über die Kupferkette (nicht Kupferspirale). Das ist ein hormonfreies Verhütungsmittel, mit dem gleichen Pearl- Index wie die Pille.

      LG
      Mira

  8. Ich war noch nie Freundin der hormonellen Verhütung und hab das bis jetzt auch ganz vermieden… Ich bin jetzt auch am Überlegen, ob nicht doch die Kupferspirale etwas für mich wäre, obwohl sie so schmerzhaft sein soll. Aber was man seinem Körper ohne Pille erspart – was mir nach deinem Post noch bewusster wurde – ist wohl jeden kurzen Schmerz wert…
    Danke für deinen Erfahrungsbericht! 🙂

  9. Ich verstehe das Gewetter gegen die Anti-Baby-Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel nicht. Ja, die Pille hat wie jedes Medikament Nebenwirkungen. Ja, es kann eine Weile dauern, bis man das richtige Präparat gefunden hat. Doch es ist nicht so, dass Thrombosen eine häufige Nebenwirkung wären. Und es gibt durchaus positive Effekte der Pille, darunter auch ein verringertes Risiko an Gebärmutterhals- und Eierstockkrebs zu erkranken. Außerdem es ist die sicherste Verhütungsmethode und ermöglicht den Frauen weltweit eine Freiheit und Möglichkeiten, die es davor schlicht nicht gab. Nach der Einführung der Anti-Baby-Pille ist die Geburtenrate in Deutschland drastisch gesunken. Auch wenn viele geliebte Kinder durch eine ungewollte Schwangerschaft entstanden sind, dadurch können auch große Karrieren beendet werden und im schlimmsten Fall wächst ein Kind unter Bedingungen auf, die kein Mensch erleben sollte.
    Ob die Kupferspirale wirklich eine empfehlenswerte Alternative ist, wird sich erst in den nächsten Jahrzehnten zeigen. Ihre Wirkungsweise klingt jedenfalls nicht gesund. Die austretenden Kupferionen töten Spermien an. Auf genau die gleiche Weise wirken antibakterielle Türklinken. Wer garantiert also, dass wirklich nur die Spermien und nicht auch andere nützliche Mikroorganismen in der Gebärmutter betroffen sind?
    Dagegen klingen hormonelle Verhütungsmittel, die dem Körper vorgaukeln, sich im natürlich vorkommenden Zustand nach dem Eisprung bzw. während einer Schwangerschaft zu befinden, erheblich milder!

    Das eigentliche Problem ist die magelnde Aufklärung bei vielen Frauenärzten. Gerade zu Beginn der Einnahme kann es nicht schaden, an stehlastigen Tagen Stützstrümpfe zu tragen und bei unerklärlichen Schmerzen im Bein oder in der Brust sollte man dann auch schnellstmöglich zum Arzt gehen und erwähnen, dass man die Pille nimmt. Viele Frauenwissen das tatsächlich nicht und sind sich auch nicht darüber im klaren, dass man die Pille selbstverständlich durch eine andere austauschen kann, wenn es unerwünschte Nebenwirkungen gibt. Das mag auch daran liegen, dass dahinter eine riesige Industrie steckt, die leider mehr an Gewinnen als Gesundheit interessiert ist. Aber das ändert sich nicht dadurch, dass ein paar Frauen die Pille absetzen. (Zumal hinter der Kupferspirale auch ein großer Pharmakonzern steht.) Daran etwas geändert werden kann, indem das Thema mehr in die Öffentlichkeit gerückt wird (wozu dieser Beitrag in gewisser Weise auch beiträgt) und in dem man bei der nächsten Bundestagswahl seine Kreuzchen richtig setzt. Die Parteien haben nämlich eine sehr unterschiedliche Vorstellungen von Gesundheitspolitik und Forschung. Und wenn große Konzerne wie Bayer den Löwenanteil der Pharmaforschung finanzieren, wird nicht an sanfteren Verhütungsmethoden geforscht…

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