Kolumne: Warum ich mehr Fair Fashion tragen will

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Mir war lange Zeit egal, was ich anhabe. Damit meine ich nicht Schnitt, Farbe oder Modernität, sondern unter welchen Bedingungen meine Kleidung hergestellt wurde. Fair Fashion kannte ich nicht. Ich habe bei Mode nicht darauf geachtet, woher sie kam – einfach weil es mir nicht wichtig war. Das gebe ich ehrlich zu.

Stattdessen habe ich das gekauft, was andere anhatten, was mir gut gefiel und was ich glaubte, unbedingt zu brauchen. Besonders ein Punkt war mir immer wichtig: der Preis. Ich habe oft drei Mal hin und her überlegt, ob ich das entsprechende Produkt wirklich brauche und mich dann oft doch für eine günstigere Variante entschieden. Ich war früher der klassische Fall von „Lieber drei günstige Shirts als ein qualitativ hochwertiges und hochpreisiges“.

Nachhaltig und fair kann auch modern sein

Heute weiß ich, dass so ein Einkaufsverhalten Blödsinn ist. Natürlich macht es Spaß, einfach ohne weitere Gedanken in einen x-beliebigen Laden hineinzuspazieren und zu kaufen, worauf der Blick gerade fällt – ich selbst habe das jahrelang und bis vor kurzem so gemacht – aber macht das wirklich Sinn? Die meisten Fashion-Labels achten leider überhaupt nicht auf faire Arbeitsbedingungen und eine umweltfreundliche Produktion. Schade eigentlich, denn mit den richtigen Idealen lässt sich das durchaus umsetzen.

Marken wie Matt & Nat, Stella McCartney, Lanius und viele, viele weitere produzieren schon seit Jahren erfolgreich nachhaltige Fair Fashion. Leider ist das Klischee der Öko-Mode noch nicht ganz aus den Köpfen der Menschen verbannt, viele denken noch immer, dass Fair Fashion aus Jutebeuteln und sackartiger Kleidung besteht. Tatsächlich hat sich hier aber viel getan und mittlerweile gibt es so viele junge, moderne und aufregende Fair Fashion Labels, dass man kaum dazu kommt, sie alle zu kennen. Justine von Justine kept calm and went vegan hat hier einen praktischen Guide erstellt, der dabei hilft, ein wenig den Überblick zu behalten und neue Entdeckungen zu machen.

Bewusst leben = bewusst konsumieren

In einer so modernen Welt wie der unseren ist es schon recht egoistisch, beim Einkaufen nur auf die primären Werte wie Funktionalität und Aussehen zu achten. Es sollte uns nicht egal sein, welcher Schaden mit der Produktion der Dinge entsteht, die wir kaufen. Nachhaltigkeit ist ein weites Feld und auf den ersten Blick ist es schwer möglich, alles richtig zu machen und völlig korrekt zu leben. Sich aber zumindest des Problems bewusst zu sein, offen für Alternativen zu sein und neugierig nach Lösungen zu suchen, halte ich für einen guten ersten Schritt.

Ich will und kann wohl auch nicht sagen, dass ich ab dem heutigen Tag zu 100 Prozent nur noch nachhaltig und fair produzierte Produkte konsumieren werde – aber mein Fokus liegt definitiv darauf. Wenn ich etwas Neues brauche, informiere ich mich heute deutlich besser als früher, welches Unternehmen meine Schuhe, meine Kleidung und meine Taschen herstellt und welche Philosophie dahinter steckt. Ich will nicht, dass da draußen in der Welt Unfug getrieben wird, nur damit ich mir ein schönes Leben machen kann.

Was sich durch Fair Fashion für mich ändert

Ich scrolle mich heute deutlich öfter durch Online-Shops mit einem nachhaltigen Ansatz als früher und suche gezielt nach den Produkten, die preislich, optisch und idealistisch zu meinen Vorstellungen passen. Ich stehe hier noch ziemlich an Anfang und verfolge das bei Weitem nicht so lange wie viele andere, doch welcher Zeitpunkt könnte besser sein als jetzt?

Ich gehe mittlerweile automatisch an Zara und Mango vorbei, auch wenn mir die Sachen im Schaufenster zusagen würden. Stattdessen habe ich Gefallen an Vintage und Kleidersharing gefunden, so wie in der Kölner Kleiderei, bei der ich momentan auch regelmäßig Klamotten ausleihe. Auf meinem Blog habe ich bereits ein paar coole Labels vorgestellt, die ganz anders arbeiten als die riesigen Modekonzerne, zum Beispiel die Trinkhallen Schickeria oder das vegane Label Lillika Eden.

Ich freue mich heute mehr über meine neuen Dinge und weiß alte Stücke mehr zu schätzen. Vor ein paar Monaten habe ich mir meinen Rucksack von Matt & Nat* gekauft und liebe ihn heute noch so wie am ersten Tag, genauso wie meine neue Handtasche von Denise Roobol (die ich euch sicher auch bald noch zeigen und vorstellen werde). Der Weg weg vom schnellen Konsum ist bisher herrlich entspannend, das zumindest ist mein erster Eindruck. Ich bin gespannt, wie sich das Thema und mein Kleiderschrank weiterentwickeln wird. Stay tuned! I will! 🙂

 

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10 Kommentare

  1. Mir geht es da genauso wie dir – ich veruche auch bewusster einzukaufen und freue mich über ein schönes, faires Teil viel mehr als früher, wenn ich mit einer Tüte voller H&M Teile nach Hause gekommen bin. An Zara und Mango laufe ich auch vorbei – wenn ich nicht bei Fair Fashion Labeln kaufe, dann doch lieber im örtlichen Einzelhandel, kleinen persönlichen Läden, die dann italienische oder skandinavische Labels verkaufen – oder halt second hand. Weiterhin viel Erfolg und Freude bei fairen shoppen! *thea

  2. Sehr schöner Post 🙂 Mir geht es da ganz ähnlich wie dir; ich habe auch eine ganze Weile gebraucht, bis ich erkannt habe, wie die Fast Fashion Industrie tickt und was man mit seinem Konsumverhalten eigentlich unterstützt – aber es gibt wirklich schon viele tolle Marken, die den richtigen Weg zeigen!

    Alles Liebe
    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de

  3. Bin gerade auf FB über deinen Post gestolpert. Toll und weiter so 🙂 Ich bin mittlerweile soweit, dass ich am Konsumieren gar keinen Spaß mehr empfinde. Ich habe genug Kleidung, dass ich wirklich nichts brauche. Trends gehen mir eher auf die Nerven als dass ich das Gefühl hätte, ich müsse unbedingt das eine oder andere Kleidungsstück haben.

    Ich finde es aber trotzdem gut, dass mittlerweile immer mehr Fair Fashion auf den Markt rückt! Egal in welcher Branche, ich finde das sehr wichtig! Aber letztendlich ist es doch so, dass wir alle unser Konsumverhalten überdenken und verändern müssen.

    Stück für Stück geht das, umso mehr man sich darauf einlässt, umso mehr verändert man sein Verhalten im eigenen Alltag.

    Viel Spaß weiterhin

    Sternchen*

    http://www.alttrifftneu.de

  4. Hallo 🙂
    Ein sehr schöner Text!
    Ich persönlich bin momentan mega auf dem Secondhand Trip… wieso sollte man auch alles immer gleich weg schmeißen, nur weil es einer Person nicht mehr gefällt ? Ich nutze dafür besonders gerne Kleiderkorb oder natürlich den regionalen Vintage Laden um die Ecke.
    Eine faire Marke die ich dir unglaublich empfehlen kann ist Veja. Sie sind vor allem für ihre wunderschönen und vor allem fair produzierten Sneaker bekannt, die absolut nicht „öko mäßig“ aussehen, einem beim tragen aber einfach gut fühlen lassen, weil man weiß was man da am Fuß hat.
    Ein ganz toller Post! Ich werde deinen Blog auf jeden Fall weiter verfolgen 🙂
    Ich wünsche dir noch einen wunderschönen Tag!
    Liebste Grüße
    Luise von dem Blog Falubeli

    • Liebe Luise,

      vielen Dank für den guten Tipp. Veja kenne ich schon vom Namen her, habe aber bisher noch keine Schuhe davon – aber ich werde sie auf jeden Fall ausprobieren!
      Ich freue mich sehr, dass dir der Beitrag von mir gefallen hat. 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Leonie

  5. Michaela

    Danke für diesen schönen Post, der mir aus der Seele spricht! Nach Rana Plaza konnte ich nicht weiter so einkaufen wie zuvor. Gerade mache ich ein Shopstopyear (ist im September vorbei!) aber ich informiere mich gerade schon, wie es danach weiter gehen soll. 2.hand natürlich, aber ich freue mich auch auf mehr Vorstellungen von tollen Labels!

    • Liebe Michaela,
      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ich finde es toll, dass du ein Shopstopyear eingelegt hast – das ist echt bewundernswert.
      Viele Grüße an dich
      Leonie

  6. Liebe Leonie!
    Ich kann deine Erfahrungen durchaus nachvollziehen und bin begeistert von deinen Überlegungen bezüglich zukünftigen Konsumierens.
    Vor einigen Monaten habe ich mir genau dieselben Gedanken gemacht – und mich gleichzeitig ein bisschen wehmütig, ein bisschen sauer auf mich selbst, gefragt, warum mir das alles eigentlich nicht schon viel früher eingefallen ist.
    Zur Zeit habe ich ebenfalls ein Shopstop-Weilchen eingelegt – ich habe die Länge nicht genau definiert, aber mittlerweile ist es sicherlich ungefähr ein Jahr. Ich habe einfach beschlossen, dass ich jetzt genug habe – im wortwörtlichen Sinne. Genug Klamotten. Ich brauche erstmal nichts mehr. Aussortiert habe ich im gleichen Zug auch – und muss das definitiv nochmal wiederholen. Und wenn ich etwas nachkaufe, dann werde ich definitiv nur noch bei nachhaltigen Anbietern oder im Second-Hand-Bereich schauen.
    Und mit den Vorsätzen bin ich wirklich sehr glücklich, weil ich weiß, dass Kleiderkauf heutzutage alles andere als eine unpolitische Sache ist, wenn man es einmal überspitzt formulieren möchte. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  7. Pingback: Fünf Gründe für Fair Fashion | Glowing

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