Fünf Gründe für Fair Fashion

Fair Fashion Funktionschnitt

Hallo ihr Lieben,

ich bin Corinna und darf heute hier gastbloggen, was mich ganz besonders freut! Normalerweise schreibe ich auf Kissen & Karma über Fair Fashion, ein schönes Zuhause und gerade ganz aktuell: meine geplante Green Wedding im Jahr 2017! Das versetzt mich gleich wieder ein bisschen in Aufregung, wenn ich dran denke, denn so eine Hochzeit ist schon ein kleines Mammutprojekt. Und nochmal besonders, wenn man sie möglich nachhaltig gestalten möchte und sich aber gleichzeitig keinesfalls verrückt machen lassen will. Nicht ganz einfach kann ich euch sagen! Aber heute geht es um das Thema Slow bzw. Fair Fashion.

Fair Fashion Funktionschnitt

Vor etwa anderthalb Jahren habe ich angefangen, ebenso wie Leonie, mir mehr Gedanken darüber zu machen, was ich eigentlich anhabe und wie ich, auch im weiteren Sinne als nur Ernährung, eigentlich konsumiere. Nicht besonders vorbildlich: gerne viel und gerne Schnäppchen, frei nach dem Motto öfter mal was Neues. Spätestens nach der Reportage „The True Cost“ (unbedingt anschauen!) war mir allerdings klar, wie verrückt die ganze Modeindustrie geworden ist, die sich in den letzten 50 Jahren durch die Globalisierung komplett verselbstständigt hat.

Dass die Näherinnen in Fernost für einen Hungerlohn arbeiten müssen und ums nackte Überleben kämpfen, ist eine traurige Wahrheit. Dass der Großteil unserer Kleidung bzw. der Rohstoffe unserer Kleidung heutzutage mit ordentlich viel Chemie und Pestiziden behandelt wird, die der Umwelt langfristig üblen Schaden zufügen, eine andere. Und dass wir hier drüben in Deutschland herzlich wenig von alldem mitbekommen, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Primark-Hauls und Fashionblogs mit täglich neuen Klamotten sind Alltag geworden und die Mädchen sind auch noch stolz darauf. Es macht ja auch Spaß. Und hinter die Kulissen schaut man eben selten. Allerdings gibt es tausende gute Gründe, auf Fair Fashion umzusteigen und 5 davon möchte ich heute gern mit euch teilen.

Fair Fashion Funktionschnitt

Fünf gute Gründe, auf Fair Fashion umzusteigen:

  1. Fair Fashion achtet auf eine minimale Belastung der Umwelt. Ob Bio-Baumwolle, umweltfreundliche Färbeprozesse, kürzere Transportwege der Kleidung oder innovative nachwachsende Materialien (hallo, Kork statt Leder! Tencel oder Bananenfasern, upgecycelte oder recycelte Stoffe für einen längeren Produktlebenszyklus)
  2. Fair Fashion setzt sich für ethisch korrekte Arbeitsbedingungen ein. Damit die Menschen, die uns unsere Kleidung schneidern, fair bezahlt werden und keine 60-80 Stunden die Woche arbeiten müssen. Denn auch sie haben eine Familie (meistens noch eine deutlich größere als wir), mit der sie gern Zeit verbringen möchten und Kinder, denen sie eine Zukunft ermöglichen möchten.
  3. Qualität statt Quantität! Wie oft im Leben habe ich das schon gehört, gesagt und mittlerweile auch selbst umgesetzt. Dass ein Shirt für 5€ keine fünf Jahre halten kann bei häufigem Tragen, ist klar. Aber wenn man seltener shoppen geht, dafür hochwertigere Kleidung kauft, hat man deutlich mehr davon. Und das wiederum bedeutet mehr Zeit, sich um andere Dinge als Ausmisten, Kleiderschrank-Durchwühlen und Neukäufe zu kümmern. Kurz: mehr Zufriedenheit.
  4. Fair Fashion unterstützt in der Regel kleine Unternehmen statt riesige Ketten und jeder Einkauf ist wie ein Stimmzettel für das, was du möchtest. Viele der fairen Modelabel, die ich bisher kennengelernt habe, wurden von jungen Menschen wie du und ich mit einer Vision gegründet: Dem Glauben, dass es doch auch anders gehen muss. Dass Mode Spaß machen kann und trotzdem positive Auswirkungen auf unsere Umwelt und Mitmenschen haben kann.
  5. Mode mit gutem Gewissen tragen. Ja, man kann die Augen einfach zu machen und sich einen Dreck darum scheren, was in Ländern wie Indien, China oder Bangladesch passiert. Man kann sich über ein Schnäppchen freuen und jedes Wochenende hemmungslose Shoppingsprees feiern. Aber wenn du dir einen Moment nimmst, und dir bewusst machst, was dieser Konsum von Wegwerf-Klamotten für Auswirkungen wirklich hat, kannst du es wirklich noch genießen? Bei Fair Fashion kannst du dir mit gutem Gewissen ein neues Kleidungsstück kaufen und den Wert der Kleidung schätzen. Die Näher/innen dahinter respektieren. Und oft sogar nachverfolgen, wo genau es produziert wurde.

Fair Fashion Funktionschnitt

In diesem Sinne ist mein T-Shirt von ebenso einer unterstützenswerten Marke, die ich euch gerne vorstellen möchte: Funktionschnitt produziert nachhaltige Shirts aus verschiedenen, innovativen Materialien und das in Europa unter fairen Arbeitsbedingungen. Zeitlos, minimalistisch, qualitativ hochwertig. Dabei ist mein Shirt aus dem Material Tencel, welches aus Eukalytusholz gewonnen wird – super weich und angenehm auf der Haut. Meine Shorts und das Haarband sind secondhand bzw. upgecycelt; die Sonnenbrille ist von Kerbholz (nachhaltig produziert).

Fair Fashion Kerbholz

Vielleicht fallen euch ja auch noch mehr Gründe ein, weshalb Fair Fashion Sinn macht? Ich stelle jedenfalls regelmäßig Outfits mit verschiedenen fairen Marken vor und freue mich, wenn ihr auch mal bei mir vorbeischaut. Leonie, dir einen ganz wunderbaren Urlaub!

Alles Liebe,
Corinna

12 Kommentare

  1. hallo,

    sehr gut zusammengefasst! für mich ist der punkt 3 einer der wichtigsten: ich kaufe gerne zeitlose mode, die lange hält. wobei ich dann immer in eine kleine krise stürze, wenn ein pulli nach 10 jahren löcher bekommt. aber die jahre dazwischen bin ich sehr entspannt und muss nicht immer dem neusten trend nachhetzen!

    liebe grüße
    alex

    • Hallo Alex,
      na das zeigt ja nur, dass du deine Sachen wirklich wertschätzt und liebst. Aber 10 Jahre finde ich persönlich schon eine ziemlich gute Lebenszeit 😉
      Liebe Grüße,
      Corinna

  2. Liebe Corinna!

    Ein toller Text mit so viel Wahrheit darin!
    Ich lese deine Artikel sehr gerne und mag deine unkomplizierte Art, zu schreiben sehr.

    Neben den von dir aufgezählten (und sehr wichtigen) Gründen fallen mir aber auch noch zwei weitere für Fair Fashion ein, die ganz praktischer Natur sind: Wenn man wirklich sehr auf’s Geld schauen muss, ist Fair Fashion nicht unbedingt teurer als „normale“ Kleidung – man kauft einfach mal weniger (weil man sich zeitlose Stücke heraussucht) oder man wartet auf auch im Fair-Fahion-Bereich stattfindenden Sale. 😉

    Und als letzten Punkt: Fair Fashion sieht gut aus. Das kann man mittlerweile nicht mehr bestreiten – fern sind die Zeiten der Jutesack-Mode, das beweist auch dein Beitrag hier mehr als deutlich. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

  3. Vielen Dank dir liebe Jenni! Das kann ich nur zurückgeben 🙂
    Und stimmt, ich würde deine beiden Punkte auf jeden Fall bestätigen. Wobei es natürlich schon deutlich günstigere Fast Fashion Stücke gibt (ein fair produziertes Shirt für 5€ ist mir zumindest noch nicht untergekommen ;)), aber man muss sich eben auch nicht in Unkosten stürzen, das stimmt absolut!
    Liebst, Corinna

  4. Pingback: Lesestoff: Von nachhaltigen Blogartikeln und inspirierenden Worten.

  5. Toller Artikel und gute Gründe!
    Ich hab mich Anfang August auch dazu entschieden nur noch Fair Fashion zu kaufen und meine „alten“ Sachen so lang zu tragen, bis ich sie ersetzen kann. Dadurch bin ich auch ein bisschen „aufgewacht“ – aktuell brauch ich gar nichts kaufen. Ich hab genügend im Kleiderschrank. Trotzdem freu ich mich schon total bei Funktionsschnitt einzukaufen 😀

    Liebe Grüße, Dunja

  6. Ein toller Artikel! Ich kann dir nur zustimmen. Vor ein paar Wochen war ich mit einer Freundin in der Stadt, die sich bei Mango umschauen wollte. Erst habe ich gedacht, dass ich bestimmt einige schöne Teile sehen werde. Bevor ich mich entschieden habe, nur noch Fair Fashion einzukaufen, habe ich mich gerne dort umgeguckt. Aber direkt beim Reingehen ist mir schon der Geruch nach Chemie entgegegen geflogen und die Kleidung hat optisch auch nichts hergemacht. Man sieht einfach direkt, dass die Qualiätt alles andere als gut ist.

    Liebe Grüße,
    Feli
    http://www.felitales.com

  7. Super Blog Artikel. Die Doku hat mich auch geschockt, obwohl ich mir des Ausmaßes der Probleme auch vorher schon bewusst war. Die Industrie ist ziemlich korrupt. Ich versuche es zu umgehen, indem ich viel second hand kaufe um dem Dauer Konsum entgegen zu wirken. Wenn es aber zu neuer Kleidung kommt finde ich den Markt mega undurchsichtig. Viele Labels, wenig konkrete Information, wie z.B. welche Marken man mit besserem Gewissen kaufen kann. Muss man z.B. allgemein die Hände von made in Bangladesh lassen oder gibt es Marken, die fair bezahlen und ethisch vertretbare Bedingungen schaffen. Eigentlich gar nicht meine Expertise (die eher im Sportbereich ist) aber das Thema geht mir nah. Danke für den Artikel!

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