Du bist so wunderbar, Berlin

Brandenburger Tor

Ich war schon auf verschiedenen Kontinenten, aber noch nie in Berlin. Dass das ein absolutes No-Go ist, muss ich wohl niemandem erklären. Die deutsche Hauptstadt sollte man auf jeden Fall gesehen haben. Deshalb war nun endlich ein Kurztrip fällig, um das nachzuholen.

Erwartungen an die Hauptstadt

Meine Erwartungen waren, ehrlich gesagt, aus irgendeinem Grund nicht besonders hoch. In meiner Vorstellung war Berlin hauptsächlich groß, überfüllt, unübersichtlich und sonst nicht sehr viel anders als Köln.
Tatsächlich hat mich die Hauptstadt aber Lügen gestraft. Schon der erste Eindruck war viel besser als erwartet: Die Stadt erschien mir nicht halb so überfüllt wie ich mir das vorgestellt hatte und um einiges schöner. Berlin hat einige tolle Bauten vorzuweisen, schöne, breite Straßen, spannende Einkaufsviertel und ein tolles Nachtleben. Und natürlich auch jede Menge aufregender Styles und gutes Essen.

Sightseeing

Alexanderplatz

Nach unserer Ankunt am Flughafen Berlin-Schönefeld machten wir uns mit der Bahn auf den Weg in die City, erster Halt: Alexanderplatz. Nicht nur ein beliebter Treff- und Einkaufspunkt, sondern auch ein spannendes Ziel für Touristen – hier steht nämlich der berühmte Berliner Fernsehturm. Der ist tatsächlich das höchste Bauwerk ganz Deutschlands und sieht noch dazu ziemlich schick aus. Man kann auch bis nach oben fahren oder aber auch für ein paar Euro weniger auf das nahegelegene Park Inn Hotel – dort gibt es eine Dachterrasse, von der man einen tollen Blick hat.

Wer vom Shoppen oder vom Sightseeing schon zu viel hat, der kann auch ganz in der Nähe eines der asiatischen Restaurants besuchen und es sich dort gut gehen lassen. Eine kleine Empfehlung findet ihr weiter unten.
Übrigens hat man am Alex auch die Möglichkeit, seine Einkaufs- oder Reisetaschen in Schließfächern einzulagern. Sehr praktisch zum Beispiel, wenn man bereits aus dem Hotel ausgecheckt hat und die Stadt noch etwas genießen möchte, bevor es dann weiter zu Bus, Bahn oder Flughafen geht.

Brandenburger Tor

Das Brandenburger Tor ist natürlich ein Muss für alle Hauptstadtbesucher. Ich kannte es nur aus Film und Fernsehen und muss jetzt sagen: Es ist wirklich genauso wie man es sich vorstellt. Wir hatten das Vergnügen, bei unserem Besuch von nervtötender Dudelsackmusik begleitet zu werden. Doch nicht einmal das konnte unseren Spaß schmälern. Es ist wirklich ein eindrucksvoller Bau, der zurecht Berliner wie Touristen gleichermaßen begeistert und als eines der Berliner Wahrzeichen gilt.Brandenburger Tor II

Friedensengel Berlin

Berliner Mauer IIBerliner Mauer

East Side GalleryLeonie vor der Berliner Mauer

Die Mauer

Besonders der Besuch der Mauer ist natürlich Pflichtprogramm für alle Berlin-Neulinge. Ich fand es sehr aufregend, diesen Teil deutscher Geschichte live zu sehen und mir vorzustellen, wie sich das damals wohl angefühlt haben muss. Glücklicherweise fällt es ziemlich schwer, sich in die Situation hineinzuversetzen – ein geteiltes Deutschland ist heute in weite Ferne gerückt. Gerade deshalb war es sehr beeindruckend, zum Beispiel an der East Side Gallery einen Eindruck davon zu bekommen, wie nah und gleichzeitg fern Ost- und West-Berlin sich vor ein paar Jahrzehnten waren.

Tipps & Tricks

Sightseeing ist nicht nur spannend und aufregend, sondern kann auch schnell anstregend und teuer werden. Deswegen hier ein paar Berlin-Tipps, wie die Füße heil und der Geldbeutel voll bleibt und sich die Fotos fast von alleine machen:

  • Natürlich gibt es auch in Berlin zahlreiche Möglichkeiten, Führungen, Touren oder Ähnliches mitzumachen. Was ich besonders liebe sind die Hop-On-Hop-Off-Busse, mit denen man sich praktisch durch die ganze Stadt kutschieren lassen kann und an jeder Haltestelle ein- und aussteigen kann. Deutlich günstiger und fast genauso praktisch ist allerdings die Buslinie 100, die in Berlin vom Alexanderplatz über das Brandenburger Tor bis zum Zoologischen Garten fährt – und das sogar mit Doppeldecker-Bussen, die oben eine tolle Aussicht ermöglichen.
  • Als Fan der Öffentlichen in anderen deutschen Städten lohnt sich auch ein Tagesticket in Berlin auf jeden Fall. Für etwas über 7 Euro kann man damit den ganzen Tag durch die Gegend trampen.
  • Stadtführer und Co. kann man meiner Meinung nach getrost Zuhause lassen. Dank Google Maps und Tripadvisor lassen sich die Routen und die coolsten Hotspots schnell online und mobil ausfindig machen. Besonders praktisch: Google Maps zeigt auch die Verbindungen mit Bahn oder Tram an, so dass man sich lästiges suchen ersparen kann.

Eating

Ich bin leider jemand, der wirklich unausstehlich sein kann, wenn er Hunger hat. Deshalb ist für mich auch auf Städtetrips immer wichtig, einigermaßen regelmäßig essen zu dürfen. Und natürlich macht es in einer fremden Stadt viel Spaß, neue Dinge auszuprobieren. Hier ein paar meiner Highlights, die wir in Berlin ausprobiert haben.

Frühstück im Betty’n’Caty

Das Betty’n’Caty ist ein sehr süßes, kleines Café mit hübschem Außenbereich (für den es uns leider schon etwas zu kalt war) und freiem Wlan. Neben einem reichhaltigen Frühstücksangebot (sogar mit Porridge! lecker) gibt es natürlich auch köstliche Kaffee- und Teekreationen. Die Wochenkarte wechselt immer wieder und beinhaltet zum Beispiel Leckereien wie Minestrone, Pappardelle mit Kürbispesto und Co.
Stadtviertel: Prenzlauer Berg. Knaackstraße 8, 10405 Berlin

Mittagessen im Madami

Das Madami ist in einer netten Seitenstraße ganz in der Nähe des Alexanderplatzes gelegen und in ein paar Minuten zu erreichen. Asiatisch könnte ich ja jeden Tag essen, trotzdem war das mein erstes Mal beim Vietnamesen – und es hat sich vollkommen gelohnt. Die Karte ist vielfältig und kreativ, es gibt einige Spezialitäten (wie Froschschenkel), aber auch Klassiker wie gefüllte Reispapierrollen, Nudel- und Reisgerichte und vieles mehr.

Die preisgünstige und leckere Mittagskarte bietet eigentlich für jeden etwas, ob Kokosmilch-Suppe oder Reisnudeln mit Madami-Soße. Wir hatten das Glück, zu unserem Mittagessen gratis noch einen Nachtisch zu bekommen, der sich als das seltsamste und gleichzeitg leckerste asiatische Dessert herausstellte, das ich bis dato kennen gelernt habe. Natürlich ist mir der Name auch bereits entfallen, es war ein frittiertes Bananenbällchen in einer Soße aus Bohnen und Kürbis. Klingt schräg, war aber unfassbar lecker. Stadtviertel: Mitte. Rosa-Luxemburgstraße 3 , 10178 Berlin

Vier verschiedene Food-Fotos aus Berlin

Törtchen bei Fassbender & Rausch

Schokolade ist genial. Wer etwas anderes behauptet, der lügt oder hat eine seltsame Geschmackswahrnehmung. Schokolade ist eine Offenbarung. Süß, schmelzend, köstlich. Jede Menge davon findet sich bei Fassbender & Rausch, dem größten Schokoladenhaus der Welt. Während im Erdgeschoss Pralinen und Schokolade in allen erdenklichen Varianten verkauft werden, befindet sich im ersten Stock das Café.

Bei echter heißer Trink-Schokolade (Vollmilch oder Zartbitter) in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen (Pfefferminz, Amaretto, Chili, …) und köstlichen kleinen Törtchen lassen sich hier gut und gerne ein paar Stündchen verbringen. Für den großen Hunger gibt es auch ein angeschlossenes Restaurant, in dem außergewöhnliche Gerichte angeboten werden – natürlich immer verfeinert mit Schokolade.
Stadtviertel: Mitte. Charlottenstraße 60, 10117 Berlin 

Abendessen bei Zsa Zsa Burger

Einen richtig guten Burger zu finden klingt leider oft einfacher als es ist. Zwar sind Burger vor allem in Großstädten absolut gefragt und Burgerläden sprießen oft wie Unkraut aus dem Boden, aber Qualität, Sitzkomfort und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sucht man leider oft vergeblich. Anders so bei Zsa Zsa Burger, hier passt wirklich alles.

Das Interieur ist modern und gemütlich, die Karte bietet eine schöne Auswahl an klassischen Burgern und besonderen Kreationen (beispielsweise mit gebackener Ente oder Ziegenkäse). Die Brötchen (Vollkorn und Weißmehl) werden eigens für das Restaurant gebacken und die Fritten sind knusprig und fabelhaft. Einzig die Größe des Burgers kann überfordern – diese sind nämlich hoch gestapelt und kaum mit Burgerdeckel in den Mund zu befördern. Ein echtes Luxusproblem.
Stadtviertel: Schöneberg. Motzstraße 28, 10777 Berlin

Shopping

Berlin ist ein Shopping Paradies – abgesehen von den typischen Einkaufszentren, dem Kudamm und Co. gibt es auch wahnsinnig viele kleine Boutiquen und Geschäfte, die man gemütlich erschlendern kann. Die besten Einkaufsmöglichkeiten sind über fast ganz Berlin verteilt. Leider hatte ich dieses Mal gar nicht genügend Zeit, um mir alle meine Favoriten anzusehen. Natürlich stand ein Besuch im KaDeWe auf dem Plan, um mich dort von all den schönen Designer-Lables berauschen zu lassen.

Außerdem waren wir bei Soeur Designer Vintage (Marienburger Str. 24, 10405 Berlin), einem kleinen Laden im Stadtteil Prenzlauer Berg, der sich auf Secondhand-Stücke von namhaften Designern spezialisiert hat. Die Hackeschen Höfe bieten neben einer interessanten Architektur (es ist der größte geschlossene Hofkomplex Deutschlands, gestaltet von August Endell), viele tolle Geschäfte mit den unterschiedlichsten Produkten. Und obwohl ich fest vorhatte, so viel zu shoppen wie möglich, bin ich tatsächlich ohne ein einziges neues Stück wieder nach Hause gefahren – es gab einfach so viel zu sehen und zu erleben. Das Gute daran: Ich muss wohl nochmal nach Berlin zurück.

Sleeping

Unser Hauptaugenmerk bei der Wahl der Unterkunft lag auf einem zentralen Standort, einem gemütlichen Zimmer, Wlan und einem bezahlbaren Preis. All das fanden wir bei den Schoenhouse Studios in der Prenzlauer Allee. Zu unserer Freude sah das Zimmer tatsächlich genauso aus wie auf den Fotos versprochen und ermöglichte uns einen wunderbaren Aufenthalt in einem modernen und gemütlichen Zimmer mit eigener Küchenzeile und schickem Bad.

Einzig das Wlan war leider nicht das schnellste, für die wenige Zeit, die man im Hotel verbrachte, aber noch ausreichend. Am Abreisetag konnten wir auch eine Tasche noch nach dem Check-Out dort lassen, um ohne Gepäck den Tag zu genießen. Einziger Kritikpunkt: Das Frühstücksbuffet erschien uns mit 12 Euro pro Person verhältnismäßig teuer, weswegen wir lieber schöne Alternativen in der Umgebung besucht haben.

Fazit

Berlin ist viel besser als ich dachte. Drei Tage waren bei Weitem nicht genug, um all das zu sehen, was man sich so vorstellen würde. Sehr gerne hätte ich auch einen ganzen Tag nur mit Spazieren gehen, Kaffee trinken, ein bisschen Shoppen und Berlin entdecken verbracht. Aber irgendwie hat uns die Stadt so sehr in ihren Bann gezogen, dass wir uns immer etwas Neues vorgenommen haben. Deshalb: Berlin, ich komme sicher wieder.

10 Kommentare

  1. Ich mag Berlin eigentlich auch nicht sonderlich gerne. Trotzdem versuche ich alle paar Jahre hinzufahren. Besonders gastronomisch hat die Stadt einfach so viel zu bieten. Und von Hamburg sind es mit dem Zug gerade mal 1,5 Stunden. Da ist man wirklich fix da.
    Ehrlicherweise hat Berlin ja auch ganz schöne Ecken – ich versuche vielleicht in diesem Jahr auch mal wieder in die Hauptstadt zu fahren.
    Liebe Grüße
    Sophia
    http://miss-phiaselle.com/

    • Von Köln aus brauche ich tatsächlich auch nur etwa vier Stunden von Tür zu Tür – absolut machbar für einen Wochenendtrip. Ich denke auch, dass ich da sicher nochmal in die Hauptstadt fahren werde. 🙂

  2. Berlin ist wirklich eine tolle Stadt. Ich war schon öfters dort und mir gefällt es mit jedem Besuch besser 🙂 Deine Tipps sind übrigens gold wert, den ein oder anderen Tipp werde ich bestimmt mal ausprobieren bei meinem nächsten Besuch 🙂

    Liebe Grüße
    Laura von hypnotized

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