Der falsche Job – warum du das ändern musst

Der falsche Job

Unsere Arbeit bestimmt einen großen Teil unseres Lebens. Doch was, wenn es der falsche Job ist? Wenn wir uns unwohl und fehl am Platz fühlen?

Weil der falsche Job uns resignieren lässt

Die typische 40-Stunden-Woche kann ganz schön lang werden, wenn man im falschen Job arbeitet. Bei meinen Freunden und Bekannten – und manchmal sogar bei mir selbst – entdecke ich, dass wir uns, sobald es um unsere Arbeit gehen, in Situationen fügen, die uns offensichtlich nicht gut tun. Sei es schlechte Bezahlung, unangemessene Aufgaben oder sogar geringe Wertschätzung der eigenen Person und Arbeitskraft – all das findet sich heutzutage leider viel zu oft auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Was man da viel zu schnell vergisst: Arbeiten soll Spaß machen, arbeiten soll interessant sein, neue Türen öffnen, einen selbst und das Unternehmen, in das man Zeit und Energie investiert, weiterbringen.

Nicht jeder Arbeitgeber weiß dich zu schätzen

Doch viel zu wenige Arbeitgeber scheinen Wert darauf zu legen, dass die Mitarbeiter sich auch wirklich mit der Firma und den zu erledigenden Aufgaben identifizieren können. Vielmehr geht es um Profit, das Ausschlachten aller personellen Möglichkeiten und das, was letztlich unter dem Strich dabei herauskommt.

Wenn ich höre, dass es in einem kleinen Betrieb nicht möglich sein soll, einen ordentlichen Dienstplan zu erstellen, sondern stattdessen Sonntagabend Bescheid gegeben wird, ob am Montag gearbeitet werden muss oder nicht – dann platzt mir einfach der Kragen. Damit kann doch kein Mensch sein Leben anständig planen. Unter diesen Voraussetzungen kann, will und muss man meiner Meinung nach nicht arbeiten. Wäre das der einzige Kritikpunkt, so lässt sich die Situation wenn schon nicht klären, dann vielleicht immerhin hinnehmen. Doch kommen auch noch unfaire Behandlung, anstrengende Arbeitszeiten und eine mehr als schlechte Bezahlung hinzu, kann es nur eine Schlussfolgerung geben: Schluss damit!

Sicher, es ist schwer, sich aus Situationen zu befreien, die nicht zu einem passen. Sicher, es ist unangenehm, klärende Gespräche zu suchen. Aber es ist nicht unmöglich.
Jeder verdient es, den bestmöglichen Arbeitsplatz zu haben – sei es ein Blumenbeet oder ein Schreibtisch mit Blick auf die Seine.

Nimm dein Leben selbst in die Hand! Das musst du dir wert sein!

Firmen sollten lernen, ihre Mitarbeiter mehr zu schätzen – denn ohne sie sind sie nichts. Keine noch so gute Projektidee kann gedeihen, wenn nur Stümper oder aber erschöpfte Angestellte an ihnen mitarbeiten. Investiere in die Menschen, die dein Produkt voranbringen sollen, und du wirst es tausendfach zurückbekommen. Wer beim Personal kürzt, wer sich nie um die Bedürfnisse und Belange derer kümmert, dich sich tagtäglich um das Vorankommen der Firma bemühen sollten, der wird über kurz oder lang feststellen müssen, dass so lange nicht das volle Potential ausgeschöpft werden kann.

Riesige Unternehmen wie Google, Facebook und Co. machen es doch bereits vor: Sie kümmern sich um ihre Leute. Sie bieten viel, doch dafür bekommen sie auch viel. Natürlich kann sich nicht jede Firma Gehälter oder Goodies wie Facebook für seine Mitarbeiter leisten, aber darum geht es auch nicht. Es geht darum, Menschlichkeit zu zeigen. Und wenn es nur ein aufmunterndes Wort, ein kleines Feierabendbier in großer Runde oder mehr Transparenz in der Chefetage ist – das IST nötig.

Kenne deinen Wert auf dem Arbeitsmarkt

Ich weiß, dass man in Deutschland noch weit davon entfernt ist, dieses achtsame Miteinander überall finden zu können. Umso wichtiger ist es deshalb, selbst auf sich zu achten. Man muss nicht alles akzeptieren, nur um einen Job zu bekommen. Man muss nicht jederzeit rund um die Uhr verfügbar sein. Man muss den Konkurrenzkampf im Büro nicht mitmachen. Man muss beim Gespräch mit dem Chef nicht grundsätzlich kuschen.

Denn es ist wichtig, zu sich selbst zu stehen und den eigenen Wert zu kennen. 
Wenn wir es selbst nicht tun, wer tut es dann?

18 Kommentare

  1. Liebe Leonie,
    wahre Worte sind das! Gerade vor ein paar Tagen habe ich eine Person kennengelernt, die gerade dabei ist aus dem Hamsterrad auszubrechen. Aber so richtig. Raus aus Deutschland, raus aus dem (guten) Job, raus aus der (tollen) Wohnung. Das erscheint auf den ersten Blick extrem. Aber warum eigentlich nicht? Das Leben ist kurz. Und die Welt – dank des Internets – so klein geworden! Von überall auf der Welt kann man mit seiner Familie und seinen Freunden in Kontakt bleiben. Warum also nicht sein Leben in die Hand nehmen und sein Glück suchen? Super inspirierend!
    Liebst,
    Katharina || ktinka.com

    • Vielen Dank, Katharina! Das klingt echt aufregend, was dein Bekannter da vor hat. Irgendwie etwas, wovon man selbst auch ab und zu mal träumt. Aber hey, nichts ist unmöglich. 🙂

  2. Eine tolle Kolumne! Mir geht es so ähnlich in meinem jetztigen Job, gebe aber meinem Arbeitgeber noch eine letzte Chance zu handeln. Ich bin mir nur ziemlich sicher, dass er nichts tun wird, und daher bereite ich mich auch schon mal auf meine Kündigung vor.
    LG, Käthe von Nicht 75B

    • Ich drücke dir die Daumen, manchmal kommt ja doch alles ganz anders, als man denkt. 😉 Und einige Arbeitgeber sind ja auch durchaus verständnisvoll und kommen doch noch auf einen zu.

  3. Ich habe mein Studium bald abgeschlossen und muss mich logischerweise bald an die Jobsuche ran machen. Leider habe ich für mich noch nicht herausgefunden was ich genau will.

    Ich habe Informatik studiert und man kann in dem Bereich ganz schön viel Geld verdienen. Ein Grund warum ich studiere. Andererseits sind die meisten Jobs totlangweilig. Die interessanteren und spaßigeren Sachen sind leider unterbezahlt. Ich bin also in einer Zwickmühle. Einerseits will ich das Geld und denke mir, Spaß kann ich auch in der Freizeit haben. Dafür arbeite ich dann schließlich. Andererseits denke ich mir, dass Arbeiten das halbe Leben ist und man da auch seinen Spaß haben soll, egal wie hoch das Einkommen ist.
    Sehr schwierig wie ich finde, aber vielleicht muss ich da einfach probieren und meine Erfahrungen sammeln.

    LootieLoo’s plastic world

    • Liebe Thao,
      den Zwiespalt kann ich echt gut verstehen. Man will ja auch gerne genügend Geld verdienen, um sich seine Träume erfüllen zu können. Aber wenn man dafür seinen ganzen Spaß opfern muss, ist das natürlich ein hoher Preis. Aber lass es erst mal auf dich zukommen, vielleicht findet sich ja auch ein Job in der Branche, den du richtig toll findest! Liebe Grüße!

    • Ganz genau, das denke ich eben auch. Es ist zwar schwer, etwas aktiv zu ändern, aber man sollte es wirklich angehen, wenn man sich in der Arbeit gar nicht wohl fühlt. Viele Grüße!

  4. Liebe Leonie,

    Du wirst vielen damit aus der Seele sprechen! Du hast recht, es ist kein leichtes, über den eigenen Schatten zu springen, unangenehme Dinge anzusprechen und sich einfach mal selber zu schätzen. Wenn man es aber von außen betrachtet, sind es Dinge, die so selbstverständlich klingen, aber viel, viel Mut verlangen. Momentan befinden sich ein paar Leute aus meinem Freundeskreis in einer Zwischenstation in ihrem Leben und wissen nicht, was nach dem Studium kommen soll. Viele nehmen die nächstbeste Gelegenheit an, um Arbeitserfahrung zu sammeln und sich dann hoffnungsvoll auf andere Stellen zu bewerben. Teilweise sieht es dann so aus, dass Stellen angenommen werden, die mit 80% deklariert werden, sich dahinter aber 120% verstecken. Noch heute hat mir eine Freundin erzählt, sie hätte so viele Überstunden, dass sie theoretisch den ganzen Dezember frei nehmen könnte. Aber wer macht das schon?
    Die Angst, seinen Job zu verlieren und keinen anderen, ja sogar besseren, zu finden, ist zu groß.
    Ich wünschte, wir wären alle ein bisschen mutiger.

    Viele Grüße

    Helena von GD
    Hier ein Beitrag, der ein ähnliches Thema behandelt:
    http://generaldrudge.com/2015/07/30/lina-28-wird-ins-4-schuljahr-zurueckversetzt/

  5. Liebe Leonie,
    du hast so recht, ich bin da total bei dir und finde es auch erschreckend wie viel man mit sich machen lässt obwohl sich innerlich alles dagegen sträubt.
    Und so wie du schreibst :“Denn es ist wichtig, zu sich selbst zu stehen und den eigenen Wert zu kennen.
    Wenn wir es selbst nicht tun, wer tut es dann?“
    Niemand wird kommen und dich an der Hand führen, so wie das Sprichwort es sagt: Jeder ist sich seines Glückes Schmied!
    Alles Liebe,
    Kathrin

    http://www.awarehuman.wordpress.com

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